Deutschland – Schweden 2:1 (0:1)

Tore:
0:1 Ola Toivonen (32. Minute)
1:1 Marco Reus (48.)
2:1 Toni Kroos (90. + 5)

Was war das für ein Spiel?

Es soll ja Menschen geben, ein oder zwei, die mit Fußball nicht viel anfangen können. Und die nur jetzt während der WM mal ein wenig mitschauen, Gruppenzwang und so. Die werden jetzt sicher alle dabei bleiben. Was für ein Spiel. Und wer hätte vor der WM beim Blick auf den Spielplan gedacht, dass einen die Vorrundenpartie gegen Schweden so mitnehmen würde. Es war nicht einmal ein besonders hochklassiges Spiel, aber die Dramaturgie machte es so besonders: Der Weltmeister stand vor dem Vorrundenaus! Der Weltmeister, wo gibt es denn so was? (Tatsächlich gibt es so was häufig, drei der vier letzten Weltmeister schafften es während der jeweils folgenden WM nicht ins Achtelfinale, aber das kehren wir für die Dramaturgie dieses Textes mal kurz unter den Beistelltisch.) Deutschland musste also gewinnen, lag aber zurück und alle dachten: "O je, was für eine Blamage", und sie glichen aus, aber das reichte ja nicht und als alle schon dachten: "O je, o je, was für eine Blamage", da zeigte Toni Kroos in der fünften Minute der Nachspielzeit, was es heißt, zur richtigen Zeit das richtige Tor zu schießen. Ein Treffer, der in den Kanon der großen deutschen WM-Tore eingehen wird. Irgendwann werden uns unsere Kinder fragen: Wo wart ihr, als Toni Kroos den Ball über Robin Olsen zirkelte?

Aber wie lief denn nun das Spiel?

Deutschland begann gut. Schon nach zehn Minuten hätte es 2:0 stehen können. Dann passierten zwei Dinge, von denen man nicht wusste, welches genau die Deutschen ins Schleudern brachte wie Weiland die A-Klasse beim Elchtest. Zunächst spielte der für den maladen Mats Hummels in die Startformation gerutschte Antonio Rüdiger einen üblen Fehlpass, der zu einem schwedischen Konter führte. Die Szene bereinigte Jérôme Boateng, indem er Schwedens Stürmer Marcus Berg einfach abräumte, der polnische Schiedsrichter traute sich nicht, Elfmeter zu pfeifen. Auch wenn am Ende nichts passierte, war diese Szene ein Déjà-vu für das deutsche Team. Fast eine Woche debattierte das Land über Konterabsicherung und dann so was. Etwas später musste der für den zu schlechten Sami Khedira in die Startformation gerutschte Sebastian Rudy blutend ausgewechselt werden. Über seine Aufstellung hatten sich viele gewundert, er spielte seinen Part aber bis zu seiner Verletzung seriös und schien dem Team gutzutun. Ohne ihn aber war es vorbei.

Und dann?

Dann fielen Ostern, Weihnachten und ablandiger Wind in Greifswald zusammen: Toni Kroos spielte einen Fehlpass. Genau, die Ballmaschine Toni Kroos spielte den Ball in die Füße eines Gegenspielers, wenige Sekunden später landete der Ball bei Ola Toivonen. Der schwedische Stürmer hat in dieser Saison für seinen Verein FC Toulouse genau null Tore geschossen. Aber WM ist WM. Antonio Rüdiger kam nicht ganz hin, Manuel Neuer wusste nicht, ob er rauskommen sollte oder nicht und Toivonen spitzelte den Ball über Neuer hinweg ins Tor. 0:1, Deutschland war zu diesem Zeitpunkt ausgeschieden. Als sechste WM-Mannschaft nach, ähm, Saudi-Arabien, Peru, Ägypten, Marokko und Costa Rica.