Die Ländergruppe USA, Mexiko und Kanada richtet die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 aus. Das entschieden die 206 wahlberechtigten Fifa-Mitgliedsländer und votierten damit mehrheitlich für den Favoriten. Dabei stimmten 134 Verbandsmitglieder für den Dreierbund aus Amerika, auf den einzigen Konkurrenten Marokko entfielen 65 Stimmen.

Dem Bewerber aus Nordafrika, der bereits zum fünften Mal Teil des Wettstreit der potenziellen WM-Gastgeber war, waren von vornherein nur Außenseiterchancen eingeräumt worden. In einem Evaluierungsbericht der Fifa-Taskforce bekam das Land die deutlich schlechtere Bewertung. Risiken beschrieben die Prüfer vor allem in den Bereichen Stadionbau, Hotels und Transport. Damit bleibt vorerst Südafrika für das Turnier 2010 der einzige afrikanische WM-Ausrichter.

Die USA, Mexiko und Kanada sind nun Schauplatz der ersten WM mit 48 Teilnehmern. Von den Fifa-Prüfern hatten die amerikanischen Bewerber gute Noten erhalten. Schlechter waren sie im Vergleich zum Kontrahenten nur im Bereich der erwarteten staatlichen Unterstützung, war vor allem an US-Präsident Donald Trump lag. Er hatte in den vergangenen Monaten mit Drohungen gegen Länder, die nicht für die USA stimmen wollen, in den Wahlkampf eingegriffen. Jetzt twitterte er: "Gratulation - ein großes Ergebnis harter Arbeit!".

Bei der WM in acht Jahren stehen durch die erhöhte Teilnehmerzahl nun 80 statt derzeit 64 Spiele an. Die 48 Teams werden in 16 Vorrundengruppen eingeteilt, insgesamt 32 Mannschaften erreichen die erste K.o.-Runde. 60 Partien werden in den USA und jeweils zehn in Mexiko und Kanada stattfinden. Am Eröffnungstag steigen Spiele in allen drei Ländern. Das Finale soll in Dallas, Los Angeles oder New York/New Jersey stattfinden.

Diese Ausweitung der Turniermodalitäten war auch für den Deutschen Fußball-Bund der Grund, seine Stimme eben nicht Marokko, sondern dem nordamerikanischen Trio zu geben. "Wegen des neuen Formats haben es kleinere Länder ohne umfangreiche Stadionkapazitäten schwerer, erfolgreich als Ausrichter anzutreten", wird DFB-Präsident Reinhard Grindel in einer Mitteilung des Verbands zitiert. Die Bewertungen für den Favoriten seien "deutlich besser", vor allem für die Stadien, die Verkehrsinfrastruktur und die Unterbringungskapazitäten für Fans. Zudem dürften die USA, Kanada und Mexiko mit geringeren Eingriffen in die Natur und auch geringeren Kosten auskommen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Gewählt wurden die drei künftigen Gastgeberländer nach den neuen Wahlregeln, die sich die Fifa im Rahmen einer größeren Reform – ausgelöst durch die skandalumwitterte Wahl von Russland 2018 und Katar 2022 – gegeben hatte. So bestimmt nicht mehr allein die Fifa-Exekutive, sondern jedes Mitgliedsland des Weltverbands hat nun eine Stimme. Kandidatenländer dürfen nicht abstimmen. Das Stimmverhalten wurde noch während des Kongresses veröffentlicht.

Das nächste Mal werden sich die Fifa-Mitgliedsländer im Juni 2019 versammeln, wo auch die Präsidentschaftswahl stattfinden soll. Wie Gianni Infantino während seiner Schlussrede ankündigte, will er sich erneut zur Wahl stellen, um als Fifa-Boss wiedergewählt zu werden. "Ich verkünde Euch allen – ich werde mich wieder zur Wahl stellen in Paris", sagte der 48-Jährige zu den Delegierten.