Wer spielte wie gegen wen?

Wenn es nach Ihnen und Ihren Herzchen ginge, liebe Userinnen und User wäre Dortmund vorn und die Bayern hinten. Wir haben nichts anderes erwartet.


Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Leipzig. "Kein Späteinlass" sollte man auf die Eintrittskarten schreiben, wenn diese zwei jugendlichen oder zumindest jugendlich wirkenden Teams aufeinandertreffen. Auch bei diesem rasanten Duell durfte man keinen Moment verpassen und sich beim Anpfiff noch am Bierstand rumtreiben. Nach 31 Sekunden rappelte es schon im Dortmunder Tor. Die Leipziger zogen sich trotz Führung nicht zurück und wollten sofort nachlegen. In vielen Szenen hielten sich fast alle in der Dortmunder Hälfte auf und setzten die Gastgeber unter Druck. Der BVB sah hilflos aus und war es doch nicht. Mo Dahoud versenkte akrobatisch einen Kopfball. Noch ein bisschen spektakulärer war der Seitfallzieher des belgischen Neu-Dortmunders Axel Witsel. Leipzig war insgesamt nicht unbedingt schlechter, Dortmund traf halt bloß mit fast jedem Schuss. Beim 2:1, dem Eigentor Marcel Sabitzers, musste der BVB nicht mal selbst schießen. Die Qualität dieses Spiels war nicht ganz so oberklassehervorragend, wie Sky es hochjubelte, dafür war es zu wüst und ungeordnet. Aber die Zuschauerinnen und Zuschauer bekamen Abwechslung geboten und Tempo, die Angriffe waren ja fast schneller, als Dieter Thomas Heck redete.

Und mit dem schönen Konter zum 4:1 in der Nachspielzeit löste Dortmund die Bayern als Spitzenreiter ab. Jetzt müssen nur noch alle restlichen Spiele der Saison unentschieden ausgehen und die Bundesliga hat einen neuen Meister.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Schalke. Der 16. des Vorjahres schlug den Zweiten, doch über Sport redete nachher fast niemand. Im Mittelpunkt stand der Schiedsrichter Patrick Ittrich, der von seinem Videoassistenten mehrfach zum Bildschirm geschickt wurde und sich sodann mehrfach korrigierte. So wurde Gelb zu Rot (Nastasić, Schalke) und Rot zu Gelb (Weghorst, Wolfsburg). Am Ende verwechselte Ittrich, vor lauter Fernsehschauen nervös geworden, ohne Intervention seines Assistenten Rot und Gelb (Brooks, Wolfsburg), korrigierte sich jedoch immerhin selbstständig. Er agierte, als wollte er Goethes Farbenlehre szenisch aufführen. Wenigstens erlebte man die Hauptdarsteller der Bundesliga wortschöpferisch wie selten. Als "schweineschwer" bezeichnete Ittrich seine Aufgabe später. Domenico Tedesco stand ihm in seiner Sprachgewalt nicht nach. Der Schalker Trainer beklagte sich über den Schiedsrichter, dieser habe ihn "durchbeleidigt".

Wer stand im Blickpunkt?

Hendrik Weydandt. Keine zwei Minuten und keine zwei Ballberührungen benötigte der neue Stürmer von Hannover 96 nach seiner Einwechslung für das Führungstor in Bremen. Schon im Pokal vor einer Woche hatte er in kurzer Zeit zweimal genetzt. Vor vier Jahren kickte der heute 23-Jährige noch für den TSV Groß Munzel. Im Vorjahr traf er noch für den Regionalligsten 1. FC Germania Egestorf/Langreder, den Verein des ehemaligen und langjährigen niedersächsischen Verbandspräsidenten Karl Rothmund. Übrigens gibt es einige Indizien, dass der Verein vom Verband bevorzugt wurde. Die Hannover-Connection steht also noch. Doch Weydandts Aufsteigerstory wird davon nicht getrübt. Von der Kreis- in die Bundesliga, da kommt selbst Wikipedia nicht hinterher. "Er wurde mit mindestens 21 Treffern in mindestens 23 Einsätzen mindestens Zweiter der Torschützenliste der Kreisliga Hannover-Land, Staffel 3", steht dort ungewöhnlich vage. "Bei den Partien am 3., 7. und 15. Spieltag liegt kein oder kein vollständiger Spielbericht bei fussball.de vor."