In der Fußballbundesliga sollen Abseitsentscheidungen ab der kommenden Spielzeit mithilfe von kalibrierten Linien getroffen werden. Dabei wird bereits ab dem 1. Spieltag Ende August das Hawk-Eye-System, das auch bei der Fußball-WM in Russland angewendet wurde, zum Einsatz kommen, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf einer Pressekonferenz in Frankfurt mitteilten.

Bei besonders knappen Entscheidungen soll zudem eine 3-D-Variante der Abseitslinie helfen. Wird eine Szene überprüft, soll die Grafik mit der Abseitslinie im TV-Signal gezeigt werden.

In der vergangenen Bundesligarückrunde gab es besonders viele knappe Abseitsentscheidungen. "Bei uns waren es 40 Situationen, das ist extrem", sagte der DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich. Die erfolgreiche Nutzung bei der WM werten DFL und DFB als "Qualitätssignal".

Videobeweis nun offiziell eingeführt

Nach einer zweijährigen Testphase wird zudem der Videobeweis offiziell bei allen 306 Bundesligapartien eingeführt. Für Fans in Stadien sollen die Entscheidungen des Videobeweises künftig noch besser nachvollziehbar werden: Bei Eingriffen des Video-Assistant-Referees sollen künftig "Situation", "Überprüfung" und "Entscheidung" auf den Leinwänden in Stadien eingeblendet werden, wie DFL-Direktor Ansgar Schwenken in Frankfurt erläuterte.

Das Ziel sei "größtmögliche Transparenz" für TV-Zuschauerinnen und -zuschauer sowie die Stadionbesucher, sagte Schwenken. Im Video-Assistant-Center in Köln muss dafür zusätzlich mit einem Tablet gearbeitet werden, bei dem die entsprechenden Informationen ausgespielt werden.

Die Neuerungen sollen bereits an diesem Sonntag beim Supercup angewendet werden. Dann treffen DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt und der Deutsche Meister Bayern München aufeinander.