Speerwerferin Christin Hussong hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin die dritte deutsche Goldmedaille gewonnen. Die 24-Jährige aus Zweibrücken siegte am Freitagabend mit dem EM-Rekord von 67,90 Metern. Es war der insgesamt achte EM-Titel für eine deutsche Speerwerferin.

Gleich im ersten Versuch warf Hussong gut sechs Meter weiter als die zweitplatzierte Tschechin Nikola Ogrodníková (61,85 Meter). Bronze ging an die Litauerin Liveta Jasiūnaitė (61,59 Meter). Damit übertraf Hussong den EM-Rekord der Griechin Mirela Manjani aus dem Jahr 2002 um 43 Zentimeter. Nur zwei deutsche Frauen haben damit schon einmal weiter geworfen als die zweimalige deutsche Meisterin Hussong: Christina Obergföll (70,20 Meter) und Steffi Nerius (68,34 Meter).

Schon in der Qualifikation hatte Hussong mit einem Wurf von 67,29 Metern für Aufsehen gesorgt. "Der Wurf war super, das zeigt mir, dass ich topfit bin", sagte Hussong danach. "Ich kann es kaum glauben!" Katharina Molitor (Leverkusen), die Weltmeisterin von 2015, war dagegen bereits in der Qualifikation ausgeschieden.

Die Goldmedaille hat noch eine besondere Bedeutung für Hussong. "Es ist vielleicht meine letzte internationale Meisterschaft in Deutschland, wer weiß, wann wir noch mal eine EM oder WM in Deutschland haben", sagte die Studentin der Sportwissenschaften.

Am Donnerstag hatte bereits Olympiasieger Thomas Röhler Gold im Speerwurf gewonnen. Am Mittwoch hatte Arthur Abele im Zehnkampf den ersten Platz belegt.