Die Fußball-Europameisterschaft 2024 wird in Deutschland stattfinden. Das entschieden die 17 der 20 Stimmberechtigten des Uefa-Exekutivkomitees in geheimer Abstimmung im schweizerischen Nyon. Serdat Yardımcı aus der Türkei und Reinhard Grindel vom DFB durften nicht mit abstimmen. Nach Angaben von DFB-Präsident Grindel stimmten zwölf Mitglieder des Komitees für die deutsche Bewerbung, vier für die türkische. Eine Stimme war ungültig.

Der Abstimmung war eine Präsentation der Bewerber vorangegangen. Per Losentscheid hatte Deutschland den Vortritt vor der Türkei gehabt. Für den DFB beantworteten danach Integrationsbotschafterin Célia Šašić, Bewerbungsleiter Markus Stenger und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius Fragen von den wahlberechtigten Funktionären.

Favorit war der DFB, der von Grindel und dem EM-Botschafter Philipp Lahm vertreten war. Deutschland waren von Beginn an gute Chancen eingeräumt worden. Die Konjunktur ist stabil. Kein einziges Stadion in den zehn Städten, unter ihnen Berlin, München und Frankfurt am Main, müsste um-, geschweige denn neu gebaut werden. Der Aufschwung der Türkei hingegen hatte sich in den vergangenen Jahren ins Gegenteil verkehrt. Die türkische Lira hat innerhalb eines Jahres fast die Hälfte an Wert verloren. Die Inflation könnte zudem die Preise für Gäste enorm steigen lassen, etwa für Hotels. Die Türkei war noch nie Gastgeber. Das fußballbegeisterte Land hatte sich zum vierten Mal in Folge beworben. 2010 kandidierte das Land gegen Frankreich um die EM 2016. Deutschland hat bislang nur 1988 eine EM ausgerichtet.

Außenminister Heiko Maas (SPD) beglückwünschte den DFB und die zukünftigen EM-Städte zu ihrer erfolgreichen Bewerbung. Die EM werde die Gelegenheit sein zu zeigen, "wofür wir in Deutschland einstehen: für Weltoffenheit und Toleranz, für Freiheit und Respekt", schrieb er auf Twitter. Zudem begrüßte er, dass der DFB die Europameisterschaft zum Anlass nehme als einer der ersten nationalen Fußballverbände eine Menschenrechtsstrategie in seine Satzung aufzunehmen. "Das ist in diesen Zeiten das richtige Signal", sagte er.

Auch die Bundesregierung gratulierte dem DFB. "Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Bewerbung. Wir freuen uns auf spannende Spiele bei der EM 2024 und auf den Besuch von Fans aus ganz Europa", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. Mit vielen Besuchern rechnet auch der Bund der Deutschen Tourismuswirtschaft. BTW-Präsident Michael Rabe begrüßte die Entscheidung für Deutschland als Austragungsort der WM – die WM 2006 habe gezeigt, wie positiv ein solches Großereignis sich auf den deutschen Tourismus auswirke, sagte er.

Die Turniere sind für die Gastgeberländer und die Uefa sehr attraktiv. Es geht bei einer EM um viel Geld. 830 Millionen Euro Gewinn hat die Uefa aus der vergangenen EM in Frankreich erwirtschaftet.