Wer spielt wann gegen wen?

Auf geht's! Herzchen verteilen, Hirnis!

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hoffenheim gegen Dortmund, das deutsche Champions-League-Duell Nummer eins. Die TSG überstand ihre Premiere in diesem Wettbewerb mit einem Auswärtspunkt gegen Donezk ordentlich. Sie steht in der Tabelle vor Manchester City – und daraus lässt sich doch sicher ein Poster machen. Der BVB gewann in Brügge und hat nach einem Spiel mehr Punkte als nach der gesamten Vorrunde im Vorjahr. Nach vorne ging beim BVB wieder nicht viel, da kam Christian Pulisic eine Idee: Er ließ sich vom Gegenspieler anschießen. Tor. Kaum ist Lucien Favre, der in Deutschland im Ruf steht, einer der besten Trainer Europas zu sein, 60 – und schon gewinnt er sein erstes Champions-League-Spiel.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Schalke gegen Bayern, das deutsche Champions-League-Duell Nummer zwei. Wäre der Schiri nicht auf eine Schwalbe reingefallen, hätte Schalke am Dienstag vielleicht gegen den FC Porto gewonnen. So glichen die Gäste aus und der Ärger war groß. Irgendwie läuft es nicht, die Schalker spielen nicht viel schlechter als im Vorjahr, aber gewinnen nicht mehr. In Gelsenkirchen fürchtet man jetzt, dass sich das gesamte Glück aus dem Vorjahr, all dieser unerhörte Massel, ins Gegenteil verkehrt. Das wäre schlimm, dann stünden den Königsblauen sieben Jahre Dürre bevor. Worüber angesichts der Fehlentscheidung des Schiris kaum einer redet: das Kick and Rush der Tedesco-Elf. Auch gegen Porto erging ein Platzregen von Befreiungsschlägen in der Arena danieder. Und Schalkes Ausputzer Naldo verursachte in diesem Spiel zwei Elfmeter: den ersten durch ein ungeschicktes Handspiel, den zweiten durch den Ballverlust vor seinem vermeintlichen Foul. Die Bayern werden die Aufgabe beim Vizemeister im Schongang nehmen und können sogar ihren kommenden Weltstar Renato Sanches für Größeres schonen.

Wer steht im Blickpunkt?

Mesut Özil. Nicht weil er am Donnerstag gegen Worskla Poltawa (Ukraine) ein Tor schoss. Eher weil Deutschland ein Erdoğan-Besuch bevorsteht. Das bringt die Özil-Fotos wieder auf die Agenda. "Die Forderung 'Türken raus aus der Nationalmannschaft' würde, außer ein paar veritablen Neonazis, niemand formulieren. Ein Satz wie 'Wer dem türkischen Diktator huldigt, soll zurück nach Anatolien' geht schon viel flotter über die Lippen und klingt dazu noch demokratisch", sagte der deutsche Journalist Deniz Yücel, der wegen eines erfundenen Delikts ein Jahr in türkischer Haft verbringen musste, bei seiner Dankesrede für einen Medienpreis. "Es liegt in der Logik der Sache, dass genau jene, die Erdoğan für meine Verhaftung gefeiert hatten, bald darauf am lautesten Özils Rausschmiss forderten: die Klemmnazis im deutschen Bundestag und deren Anhang." Zur Erklärung: Ein Klemmnazi ist gemäß Yücel, im Gegensatz zum Stiefelnazi, einer, der Rechtsextremismus rhetorisch ablehnt, aber nicht viel anders denkt oder handelt wie ein Rechtsextremer. Also die Fraktion Ich-hab-ja-nix-gegen-Ausländer-aber.

Apropos, Jérôme Boateng gab der SZ ein bemerkenswertes Interview. "Es geht um einen tollen Spieler, der mit uns Weltmeister geworden ist, der superviele Länderspiele gemacht hat, der den deutschen Fußball auch ein Stück weit verändert hat. Eine Nummer 10 mit Migrationshintergrund", sagte er mit Blick auf Özils Rücktritt. "Anscheinend haben viele sich nicht zu äußern getraut, weil sie gedacht haben, dass das bei den deutschen Fans nicht so gut ankommt." Seine Mitspieler Thomas Müller, Manuel Neuer und Toni Kroos sind gemeint, aber auch Joachim Löw und Uli Hoeneß dürfen sich angesprochen fühlen.