Wer spielte wie gegen wen?

Die meisten Herzchen sammelte die Borussia aus Mönchengladbach, unsere Leserinnen und Leser lieben eben Bayern-Bezwinger. Womöglich können sich also bald auch andere Mannschaften freuen. Am wenigsten Zuneigung erfuhren Wolfsburg und Leverkusen.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

BVB gegen Augsburg. Wir wissen nicht viel über das Liebesleben der BVB-Profis, zum Glück. Aber falls der alte Spruch "Pech im Spiel und Glück in der Liebe" – wie oft vermutet – auch umgekehrt gilt, sollten sich die Lebenspartnerinnen der Dortmunder Kicker langsam Sorgen machen. Denn ihre Kerle sind nach dem wahnwitzigen 4:3 gegen den FC Augsburg derzeit die Glücksbärchis der Liga: Schon wieder gab es ein entscheidendes Tor kurz vor Schluss, wie zuvor schon gegen Fürth, Brügge, Hoffenheim und Leverkusen.

Dieses Mal lief bereits die 96. Minute, als sich der Neuzugang Paco Alcácer beim Stand von 3:3 den Ball schnappte und einen Freistoß ins Tor hexte. Zuvor hatte der Spanier, obwohl erst in der 59. eingewechselt, auch schon zweimal getroffen. Das animiert zu Zahlenspielereien, aufgepasst, mitgemacht: Sechs Tore hat Alcácer nun schon erzielt, in nur drei Spielen, ja sogar in nur 81 Minuten, weil er jedes Mal nur eingewechselt wurde. Macht in der Summe alle 13,5 Minuten ein Tor – hochgerechnet auf die Saison käme Alcácer also auf ganz ordentliche 186 Saisontore. ("Das kann man jetzt nicht hochrechnen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.)

Vielleicht ist es aber auch mehr als nur Glück. Die Dortmunder wollen einfach nicht mehr verlieren – und haben wieder einmal ein Spiel umgebogen. (Weil es so herrlich war, noch mal die Zahlen vom Samstag: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3.) So kann es auch mal für ganz oben reichen. Oder anders ausgedrückt: Es sind schon schlechtere Teams Meister geworden. Inmitten des Dortmunder Jubels über die verteidigte Tabellenführung ging fast unter, dass Mario Götze sein erstes Tor seit acht Monaten geschossen hat, zum zwischenzeitlichen 3:2 in der 84. In jedem normalen Bundesliga-Spiel hätte das wohl die Entscheidung bedeutet. Nicht aber in diesem – weil auch die Augsburger einfach immer weitermachten. Die fuhren zwar ohne Punkte nach Hause, aber mit dem guten Gefühl, ihren Beitrag zu einem der besten Bundesliga-Spiele der vergangenen Jahre geleistet zu haben. Ist doch auch was.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Stuttgart gegen Hannover. Tayfun Korkut darf nun ganz offiziell auch Spiele seines VfB Stuttgart verpassen. Nach dem 1:3 beim Tabellenletzten aus Hannover wurde der Trainer entlassen, der den VfB zur zweitbesten Rückrundenmannschaft der Vorsaison machte. Nun ist es nichts Neues, dass Verdienste von gestern, und mag es da noch so schön gewesen sein, im Profifußball heute nicht mehr zählen. Dass Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke aber am Samstagabend nach dem Spiel noch sagte: "Die Trainerfrage stellt sich nicht." Und weiter: "Das ist nach sieben Spieltagen eine total enttäuschende Zwischenbilanz. Aber es ist definitiv noch genug Substanz in der Mannschaft und im Trainerteam, um einen Neustart zu schaffen." Nur, um Korkut dann ein paar Stunden später vor die Tür zu setzen, könnte ein paar Punkte in der Karmatabelle kosten.

Wer stand im Blickpunkt?

Fabian Bredlow. Im letzten Auswärtsspiel gegen den BVB musste der Torwart des 1. FC Nürnberg siebenmal den Ball aus dem Netz holen. Bredlow versprach, dass ihm und seiner Mannschaft so etwas nicht noch einmal passieren würde. Ein Mann, ein Wort. Bei RB Leipzig verlor der Club nämlich nur 0:6. Beim ein oder anderen Gegentor sah Bredlow zwar ähnlich verloren aus wie seine Abwehr, immerhin aber hielt er noch einen Elfmeter gegen Timo Werner, sodass der Keeper am Ende sagen kann: The trend is my friend.