Wer spielte wie gegen wen?

Chemie Leipzig – SC Paderborn 0:3 (0:2)
SSV Ulm – Fortuna Düsseldorf 1:5 (1:4)
Hannover 96 – VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)
SV Darmstadt 98 – Hertha BSC 0:2 (0:0)
Wehen Wiesbaden – Hamburger SV 0:2 (0:1)
SV Rödinghausen – FC Bayern 1:2 (0:2)
1. FC Heidenheim – SV Sandhausen 3:0 (2:0)
FC Augsburg – FSV Mainz 3:2 (1:2)

Ist einer der Großen rausgeflogen?

Das kommt ganz darauf an, wie Sie groß definieren: Sandhausen? Darmstadt? Wiesbaden? Die drei sind jedenfalls raus, es gab also keine Überraschungen. Die Erstligisten Hannover und Mainz mussten in den Duellen mit den Ligakonkurrenten Wolfsburg und Augsburg den Pokal verlassen. Der HSV zögerte das übliche, unangenehme Pokalaus gegen einen niederklassigeren Gegner eine weitere Runde hinaus und gewann gegen Wehen Wiesbaden. 

Gab es ein Spiel, das Sie auf keinen Fall verpassen durften?

Nein.

Gab es Spiele, die vielleicht nicht ganz so spannend waren?

Ulm gegen Düsseldorf lohnte nur deshalb, weil Ulm schon nach dreizehn Sekunden in Führung ging. Und weil man wegen der Ulmer Fanschals "Der Wahnsinn geht weiter, Ulm in der Bundesliga" kurz an diesen absurd kleinen Verein in der ersten deutschen Liga dachte. 1999 war das, in der Aufstiegssaison unter der Mithilfe des jungen Ralf Rangnick, damals noch Juniorprofessor. Die Nachrichten aus dieser Zeit lesen sich tatsächlich wie aus dem vergangenen Jahrhundert: "Zehn Spieltage vor Schluss schienen die 'Spatzen' nach einem überraschenden 2:1-Auswärtssieg beim Tabellendritten Hamburger SV der Abstiegszone schon entronnen." Fragt sich nur, ob hier Ulm oder der HSV die eigentliche Nachricht ist. Aber gut, damals war Nokia auch noch ein Ding und Friedrich Merz eine entscheidende politische Figur. Lange her also. Jedenfalls ging es für Ulm danach rapide bergab, Insolvenzen in Ulm und Abstiege um Ulm herum, und jetzt auch noch fünf Gegentore beim Spiel gegen Düsseldorf. Doch die Zeit in den unteren Ligen muss der Kreativität nicht unbedingt schaden.

Was machten die Bayern?

Zunächst muss man froh sein, dass sie zu elft gegen Rödinghausen angetreten sind. Rodríguez, Robben, Boateng und Hummels sparten sich verletzt den Trip nach Ostwestfalen, Lewandowski und Kimmich nahmen auf der Bank neben einigen A-Jugendlichen Platz, die Niko Kovač mitnahm. Es war also absehbar, dass im Regen von Osnabrück keine Sahnekirsche warten würde. Dass die Bayern doch aber nur 20 Minuten Fußball gegen den Regionalligisten spielen würden, das war schon erstaunlich.

Sandro Wagner und Thomas Müller trafen sehr früh, Renato Sanches verschoss einen Elfmeter. Dann passierte, wie schon so häufig im Laufe der Saison, nichts mehr. Javi Martínez zeigte vor dem Rödinghauser Treffer den Spielern der vierten Liga noch, das passives Begleiten auch in der ersten Liga eine Verteidigungstechnik ist, wenn auch keine erfolgreiche: Linus Meyer traf, der angekündigt hatte, bei einem Sieg nackt nach Hamburg laufen zu wollen. Kann man jetzt streiten, ob es gut war, dass es doch beim 1:2 blieb. Es war ein müdes, glanzloses Spiel und der zweite knappe Bayernsieg gegen einen Regionalligisten im Pokal in Folge.

Die Rödinghauser können sich ans Revers heften, dass auch sie nun einmal den Reklamierarm von Manuel Neuer nach einem Treffer gegen ihn in die Luft haben schnellen sehen. Und dass die Bayern am Ende sogar auf Zeit spielen mussten, um den Sieg über die Runden zu bringen. Und, ach ja, die SPD hält im lokalen Stadtrat weiterhin die absolute Mehrheit. Das Leben wird dort also auch weitergehen.

Was war sonst noch los?

  • Hannover gegen Wolfsburg, ein Antispiel, dessen Beschreibungen mit "kein" beginnen müssen: kein echtes Niedersachenderby (das ist nur unter Braunschweiger Beteiligung möglich), keine Zuschauer, kein Füllkrug und deshalb keine Torchance in der zweiten Halbzeit auf beiden Seiten. Wolfsburg gewann 2:0, die Fans zeigten allerdings mal wieder, warum sie in Deutschland eher belächelt als befürchtet werden.
  • Herthas Vedad Ibišević stand gerade 37 Sekunden auf dem Feld, da hatte er in Darmstadt schon getroffen. Die hessische Polizei hatte an diesem Abend im Gegensatz zu der in Dortmund am vergangenen Samstag auch keinen Einsatz gegen Berliner Fangruppen geplant, sodass es ein ruhiger Abend wurde.

Was war die schönste Tapete des Abends?