Patrick Lange hat seinen Titel beim Ironman auf Hawaii in einer Rekordzeit verteidigt. Der 32 Jahre alte Triathlet aus Hessen nutzte die optimalen Bedingungen und schaffte es als erster Sportler, die Strecke in unter acht Stunden zu absolvieren. "Es ist einfach Wahnsinn. Ich hätte das nie gedacht", sagte Lange im Ziel, wo er sich die letzte Kraft für etwas ganz Besonderes aufbewahrt hatte. Er machte seiner Freundin auf Knien einen Heiratsantrag.

In 7:52:39 Stunden hatte Lange Sekunden zuvor über die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen einen Fabelrekord aufgestellt und seinen Streckenrekord vom Sieg aus dem Vorjahr (8:01:40) um neun Minuten unterboten.

"Ich hatte nicht das beste Schwimmen"

Zweiter hinter Lange mit über vier Minuten Rückstand wurde der Belgier Bart Aernouts vor David McNamee aus Großbritannien (+8,31 Minuten) in einem Rennen, das der erfolgreiche Titelverteidiger nach einem eher mäßigen Schwimmen mehr und mehr zu seinem großen Auftritt machte. "Ich hatte nicht das beste Schwimmen, wie man gesehen hat, aber danach lief es unglaublich gut", sagte Lange.

Über zwei Minuten nach Josh Amberger und Maurice Clavel war Lange in die Wechselzone nach der ersten Disziplin gekommen. Auf dem Rad fuhr Lange aber ein gutes Rennen und behielt alle Chancen.

Die Konkurrenz schlug Lange schließlich beim Laufen: Auf den ersten 8,5 Kilometern machte er neun Plätze gut, nach 16 Kilometern überholte er auch noch Wurf und übernahm erstmals im Rennen die Führung im Rennen. Wurf, einst als Ruderer bei Olympia und auch ehemaliger Radprofi, klatschte den Deutschen respektvoll ab. 26 Kilometer später war der erneute Triumph perfekt. Nach Sebastian Kienle 2014 und Jan Frodeno 2015 und 2016, der wegen einer Verletzung nur als Experte und Zuschauer auf Hawaii war, sorgte Lange damit für den fünften deutschen Sieg auf Hawaii nacheinander.

Anne Haug holt Bronze

Auch die deutschen Frauen waren erfolgreich: Anne Haug ist bei ihrer Ironman-WM-Premiere auf Hawaii auf den dritten Platz gekommen. Die 35 Jahre alte gebürtige Bayreutherin musste sich nur der Schweizer Seriensiegerin Daniela Ryf und der Britin Lucy Charles geschlagen geben.

Haug, die nach zwei Olympiateilnahmen erst im vergangenen Jahr auf die längeren Triathlondistanzen gewechselt ist, kam am Samstag nach 8:41:58 Stunden in Kailua-Kona ins Ziel. Sie sorgte damit für die erste Medaille einer deutschen Starterin seit Sandra Wallenhorst vor zehn Jahren.