Nach dem knappen Wahlausgang in Schweden ist die Regierungsbildung schwer – zuerst soll es nun die schwedische Opposition versuchen. Der Chef der Mitte-Rechts-Allianz, Ulf Kristersson, bekam dazu von Parlamentspräsident Andreas Norlén den Auftrag. Er erhielt damit den Vorzug vor dem kommissarischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven, der das Land seit der Wahl 2014 regierte.

Löfven steht an der Spitze einer Rot-Grünen-Koalition, die bei den schwedischen Parlamentswahlen am 9. September 144 der 349 Parlamentssitze erzielte. Das ist ein Mandat mehr als Kristerssons Vier-Parteien-Bündnis bekam. Für keinen der Blöcke reicht es jedoch zu einer absoluten Mehrheit. 62 Sitze erhielten die rechtspopulistischen Schwedendemokraten.

Norlén sagte nach Treffen mit den Parteichefs, Kristersson habe insgesamt bessere Chancen als Löfven, eine Regierung zu bilden. Er bekam dafür zwei Wochen Zeit. Löfven hatte vor einer Woche eine Vertrauensabstimmung im Parlament verloren.

Aber auch dass Kristersson eine Regierung bilden kann, ist nicht sehr wahrscheinlich. Die beiden großen Blöcke haben ausgeschlossen, miteinander zu koalieren, und auch mit den einwandererfeindlichen Schwedendemokraten wollen sie kein Bündnis eingehen. Allerdings kann in Schweden ein Ministerpräsident auch dann sein Amt antreten, wenn er von der Mehrheit im Parlament zumindest geduldet wird.