Wer spielt wann gegen wen?

Jetzt, wo es draußen früher dunkel und schneller kalt wird, ist die beste Zeit, um Herzen zu verschenken.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayer Leverkusen gegen Hoffenheim. Allen Einsteigern in das Thema Fußball kann man derzeit guten Gewissens Spiele ans Herz legen, bei denen Bayer 04 mitwirkt. 6:2 gegen Bremen am Sonntag, 5:0 gegen Gladbach am Mittwoch: Wer Leverkusen zuguckt, wird gut unterhalten. Und mal wieder muss sich ein Bundesligateam bei Uli Hoeneß bedanken. Dessen Engagement reicht weit über Benefizkicks zugunsten in Not geratener Clubs hinaus. Vor einigen Wochen kanzelte Hoeneß Leverkusens Karim Bellarabi nach einem Foul an Bayerns Rafinha als "geisteskrank" ab und forderte vor dem Uli-Hoeneß-Tribunal drei Monate Sperre. In der realen Welt wurden es nur vier Spiele für Bellarabi, ehe er zurückkam, gegen Hannover traf, im Spiel darauf doppelt gegen Zürich, dann gegen Bremen ein Tor schoss, zwei vorbereitete und nun gegen Gladbach wieder zweimal traf. Bellarabi läuft seit zwei Wochen eigentlich nur zum Jubeln aufs Feld. Eine Hoeneß-Schelte knallt besser als jede Aspirin.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Freiburg. Beim dürren 2:1-Sieg gegen Rödinghausen verletzte sich Bayerns Thiago, er riss sich das Außenband und die Kapsel. Während seine Kollegen zuletzt oft aussahen, als würden sie mit Papierkugeln die Wand des Gegners kaputtwerfen wollen, hatte er wenigstens noch einen präzisen Bohrer parat. Hier mal eine gute Idee, dort eine geschickte Seitenverlagerung. Er fehlt nun wochenlang, was für den angezählten Trainer Niko Kovač aber auch für die Ästhetik des Münchner Spiels eher keine gute Nachricht ist. Wahrscheinlich wird man es gegen Freiburg am Samstag und Athen am Dienstag noch nicht merken, doch in der Woche darauf geht es nach Dortmund. Vielleicht schreckt es die Dortmunder ab, wenn Rafinha in seinem Halloweenkostüm aufläuft. Er trug ein Kostüm, das einem Araber nachempfunden war, in der Hand hielt er ein Paket, auf dem "Vorsicht" stand. Rafinha entschuldigte sich dafür, das Foto wurde mittlerweile entfernt. Die Empörung bleibt aber. 


Wer steht im Blickpunkt?

Pierre-Michel Lasogga. Man muss es wahrscheinlich in die Reihe großer sportdokumentarischer Erzeugnisse einreihen: John Lardner schrieb über Stanley Ketchel, Simon & Garfunkel besangen Joe Di Maggio und die Bild-Zeitung widmet sich nun eben dem Stürmer des HSV. Im Sportjournalismus findet jeder Topf seinen Deckel. Mit der vierteiligen, ungescripteten Dokureihe Die Lasoggas hat die Bild diese Woche der Hamburger Großfamilie ein kleines Denkmal gesetzt. In den Hauptrollen der zehnminütigen Folgen: Pierre-Michel und Kerstin, Mama und Beraterin, und die Freundin Sally Wohlers. Pierre spielt in der Doku Fußball in Hamburg, spielt Fußball in Leeds und Fußball mit seinen Brüdern am Strand, die Mama jubelt entweder darüber oder fährt Ferrari. Oder bringt sich für einen Job in der Bundesliga in Stellung. Es ist Boulevard, klar, klamaukig und weniger journalistisch vielleicht auch, aber doch werden einem die Lasoggas sympathisch. Man kann schon sagen, dass am Satz von Lasogga über die Doku was dran ist: "Der Fußball entfernt sich immer mehr von den Fans, daher will ich nicht nur mit Toren, sondern auch mit Nähe zurückzahlen."