Wer spielt wann gegen wen?

Vergangene Woche siegte in unserer Herzchenwertung Freiburg, Wolfsburg verlor. Alles wie immer also. Liebe Userinnen und User, an diesem bedeutenden 9. November ist ihre Chance auf Veränderung, Wandel, ja eine kleine Revolution gekommen. Auf, auf!

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Bayern natürlich und das devote bayerische Verantwortungsvakuum. Ungewohnt defensiv schob Uli Hoeneß nach dem erneut mühsamen 2:0 gegen Athen dem BVB das Favoritenwürstchen rüber. Die aber zeigten bei ihrem 0:2 in Madrid nicht unbedingt, warum sie das auch essen sollten. Ohnehin sind Uli Hoeneß' Sätze, gemessen an seinen sonstigen Urteilen über den BVB, das mildeste seit der Erfindung von Melittakaffee. Aus gutem Grund: Der BVB kann mit einem Sieg die Bayern auf sieben Punkte Abstand bringen. Hoeneß schob in seiner kleinen Rede am Mittwoch noch nach, dass man eben Geduld brauche mit einem jungen Trainer und einer Mannschaft im Umbruch. Umbruch? Welcher Umbruch? Vielleicht sollte Uli Hoeneß jemand sagen, dass der fehlende Umbruch seiner Mannschaft das Problem ist. Selbstredlich unter Beachtung der Menschenwürde.

Einen anderen Zeitenwechsel, den auf seinem eigenen Posten nämlich, scheint er nun schon vorzubereiten. Hoeneß kündigte am Donnerstag bei einem sächsischen Wirtschaftsdialog an, noch "zwei, drei Jahre" den Job machen zu wollen. Falls Philipp Lahm, Friedrich Merz oder andere Kandidaten für vakante Leitungsposten in Deutschland hier mitlesen: Gesucht wird laut Hoeneß jemand mit einer "menschlichen Seite", der trotzdem aber "aus dem Fußball kommt, eine eierlegende Wollmilchsau". Im Fußball menschelt es offenbar eher selten. Die oder der erfolgreiche Bewerber darf dann allerdings die von Hoeneß übergebene "volle Kasse" nutzen wie er oder sie das will. Alle Achtung, so lockt sonst nur der HSV.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Leipzig gegen Leverkusen. Beide waren am Donnerstag in der Europa League im Einsatz: Bayer spielte münchenesk; bemüht, aber doch uninspiriert vor dem Tor des Gegners aus Zürich. Es reichte zu einem 1:0, so glanzlos wie ein Schlot im Bayerwerk. Leipzig war da in Glasgow deutlich aktiver, was angesichts dieser mitreißenden schottischen Kulisse auch nicht schwerfiel. Und Hand auf die Dose, ein Unentschieden wäre angesichts der vielen guten Chancen auch fair gewesen, doch direkt nach dem Ausgleich traf Celtic zur 2:1-Führung, bei der es auch blieb. Das ermöglicht nun den RB-Integritätscheck: Der Brausebruder aus Salzburg führt die Tabelle an, dahinter sind Leipzig und Celtic gleichauf. Nun spielt am kommenden Spieltag RB gegen RB und, keiner hätte es ahnen können, es steht plötzlich viel auf dem Spiel, wenn zwei Teams mit dem gleichen Geldgeber ein Ergebnis zustande bringen könnten, das zu Lasten eines Dritten geht. Gewinnt Leipzig seine beiden Spiele gegen Salzburg und Trondheim, müssten die Salzburger im letzten Spiel dann nur noch Celtic besiegen und Red Bull hat beide Teams in der nächsten Runde. Alles ganz sauber, versteht sich ja von selbst. 


Was steht im Blickpunkt?

Feuer. Es wird wieder gezündelt, wie jedes Wochenende, aber die Freunde der Fackel müssen aufpassen. Hessens Innenminister Peter Beuth möchte die Strafen verschärfen. "In den Händen von gewalttätigen Chaoten verletzen Sie nicht nur die Atemwege unschuldiger Stadionbesucher, sondern werden auch zu lebensgefährlichen Wurfgeschossen", sagt der Mann. Dafür müsse man nur das Sprengstoffgesetz ändern, aus der Ordnungswidrigkeit würde eine Straftat. Zündler müssten in den Knast.

Da haben sie in Karlsruhe ja noch einmal Glück gehabt. Dort wird das altehrwürdige Wildparkstadion demnächst umgebaut, weshalb sich die Karlsruher zum Abschied etwas besonders ausgedacht haben: genau, eine Pyroshow. Etwa 180 Menschen standen um das Feld herum und hielten Bengalos in der Hand. Was sonst als Inferno, Armageddon oder schlimmeres beschrieben wird, sah auf einmal ziemlich nett aus. Branddirektion, Polizei, Bauordnungsamt, Ordnungs- und Bürgeramt waren informiert. "Alle erforderlichen Genehmigungen" seien erteilt worden. Und die Atemwege unschuldiger Stadionbesucher scheinen es auch verkraftet zu haben. Es könnte also alles in Ordnung sein, würde der DFB nicht wieder seine Spielverderberqualitäten beweisen: Der Kontrollausschuss hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Strafenkatalog sieht ein Bußgeld von 350 Euro vor, pro Bengalo versteht sich. Multipliziert mit 180 macht das schlanke 63.000 Euro. Wenn es darum geht, zu zeigen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, fackelt der DFB halt nicht lange.