Für ein Kilo Lachs 15 Dollar – das war für Layshia Clarendon viel Geld. Die Profibasketballerin verdiente 2013, zu Beginn ihrer Karriere, zwischen 40.000 und 50.000 Dollar, brutto, pro Jahr. Und das als Profisportlerin in der WNBA, der Profibasketballliga der Frauen in Nordamerika. 

Was sich vielleicht nach nicht so wenig anhören mag, schrumpfte angesichts der Lebensumstände einer Profisportlerin schnell zusammen. Reisen zur Familie, gesunde Lebensmittel und das Fitnessstudio und der Privattrainer in der Sommerpause, um sich fitzuhalten. Die meisten Spielerinnen waren zuvor lange auf dem College und betrieben Profisport ohne Bezahlung. Für viele sind Gehälter, die mittlerweile zwischen 70.000 und 90.000 Dollar liegen, kaum noch ausreichender Ausgleich für die Strapazen.

Einen Ausweg finden manche, indem sie sich um Zusatzeinnahmen kümmern, mit einen Nebenjob zum Beispiel. Clarendon ging in ihrer ersten Saisonpause nach Prag und spielte für den Universitätssportclub USK Praha. Doch der Rücken schmerzte, eine Pause sollte für Profis eben auch Zeit zum Regenerieren sein. Freunde und Familie waren nicht mitgekommen, sie war alleine auf einem fremden Kontinent. Am Ende war es die Angst vor einer Verletzung, die sie vorzeitig zurück in die USA trieb.

Sie wollen endlich fair bezahlt werden

Geschichten von Spielerinnen, die sich im Ausland schwer verletzten, von den dortigen Teams nicht mehr bezahlt wurden und in den USA keine neue Mannschaft fanden, gibt es genug. Im Frauenbasketball geht es bei jedem Vereinswechsel um die Existenz.

Ihre Geschichte erzählte Clarendon kürzlich dem Sportnetzwerk Bleacher Report. Die Basketballfrauen gehen an die Medien und es ist ihnen sehr ernst: Es gibt viele Layshias Clarendons. Und diese wollen endlich mehr Geld.

Die Zahlen sind ernüchternd: 89 der 144 weiblichen Profis spielen zwischen den Spielzeiten in Übersee. In Europa, Asien und vor allem in China. Sie stocken ihre Gehälter auf. Gerade einmal 113.500 Dollar plus einen Bonus hier und da verdienten die Topspielerinnen im vergangenen WNBA-Jahr. 

Das Minimumgehalt, also der Mindestlohn, liegt bei den Männern in der NBA seit dieser Saison bei über 800.000 Dollar. Die Besten kassieren über 30 Millionen Dollar pro Jahr. Die Einnahmen aus Werbeverträgen sind darin nicht einmal eingerechnet. Zwar spielen die Frauen pro Saison 34 reguläre Spiele, die Männer hingegen 82. Dennoch bleibt die Gehaltsdifferenz riesig. 

Frauen mit Kraft

"Heute ist der Tag, an dem wir aus dem CBA (dem Rahmenvertrag) mit der WNBA austreten. Heute wollen wir ein neues Kapitel für die Frauen in der WNBA öffnen", schrieb Superstar Nneka Ogwumike in einem Gastbeitrag für das Portal Players' Tribune. Die 28-Jährige ist das sportliche Aushängeschild der Liga und Anführerin des Protests. Auch weil Ogwumike wie viele ihrer Kolleginnen zu den Aufstockerinnen gehört. Sie läuft hauptberuflich in Los Angeles auf, bei den LA Sparks, ihr Zweitjob ist aber Spielerin von Dynamo Kursk in Russland.

Als Vorsitzende der WNBPA, der Spielerinnengewerkschaft, sieht Ogwumike in dem Protest mehr als nur den Wunsch nach gerechterer Bezahlung. Es geht um Gleichberechtigung, also um Politik: "Auszutreten bedeutet für uns mehr, als nur an uns zu glauben. Wir wetten auf uns selbst. Wir sind eine Gruppe Frauen mit Kraft im Jahr 2018, die nicht mit dem Status quo zufrieden ist. Wir wollen ihn verändern."