Wer spielte wie gegen wen?

Auch an diesem ereignisreichen Wochenende haben wir wieder Ihre Herzchen gesammelt. Es siegte der tapfere Bayern-Gegner SC Freiburg. Am wenigsten geliebt wurde mal wieder der VfL Wolfsburg.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayern gegen Freiburg. Jetzt klappen nicht mal mehr die Duselsiege. Als Bayerns Serge Gnabry in der 80. Minute zum 1:0 traf, dürfte den Münchnern egal gewesen sein, dass ihr Spiel sich etwa so aufregend anfühlte wie eine vertrocknete Brezn. Hauptsache, gewonnen.

Doch der FC Bayern aus dem Spätherbst 2018 schafft es nicht einmal mehr, eine späte Führung gegen den SC Freiburg heimzubringen. Lucas Höler traf in der 89. Minute zum 1:1, Manuel Neuer konnte dem Ball nur hinterhergucken und muss sich nun mit einer denkwürdigen Statistik beschäftigen: Die letzten acht Schüsse, die auf sein Tor kamen, waren alle drin. Sie und ich hätten zuletzt demnach genauso viele Bälle gehalten wie der Nationaltorwart. Gar keinen nämlich.

Die Stimmung war also schon besser beim FC Bayern. Mittlerweile vier Punkte Rückstand auf den BVB, zudem der Rummel darüber, dass der FC Bayern geprüft hätte, aus der Bundesliga auszusteigen. Ein Fakt, der nach einem 1:1 gegen Freiburg natürlich für reichlich Spott sorgte.

Und dann war da noch die Sache mit der Spielerfrau. Lisa Müller hantierte während der Partie mit Instagram herum. Unter anderem postete sie ein Foto der Einwechslung ihres Mannes Thomas, garniert mit den netten Worten: "Mehr als 70 Minuten, bis der mal 'nen Geistesblitz hat." Dazu das Emoji einer brünetten Frau, die sich mit der Hand gegen die Stirn klatscht. So in etwa könnten Thomas und Lisa am Frühstückstisch über den Bayern-Trainer reden, weshalb dieses Bild tatsächlich etwas mehr ist als nur die private, aber auch durchaus wahrheitsgemäße Meinung einer aufgeregten Spielerfrau.

Anstatt das Foto aber wegzulächeln wie Niko Kovač selbst oder einen flapsigen Spruch zu machen wie Thomas Müller ("Sie liebt mich halt, was soll ich machen?"), machte der FC Bayern aus dem Bild erst eine Staatsaffäre, weil er tatsächlich eine offizielle Pressemitteilung verbreiten ließ: "Lisa Müller entschuldigt sich bei Niko Kovač." Nun, wer auch immer da in der Pressestelle Ideen wie die Menschenrechtskonferenz der Bayern-Chefs oder eben diese Mitteilung hier hatte – von Geistesblitzen ist dessen Arbeit derzeit ebenfalls nicht gerade gesegnet.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wer zumindest gute Fußballstimmung erleben wollte, der konnte getrost das 0:3 der Hertha gegen RB Leipzig verpassen. Die Fans der Berliner Ostkurve blieben das Spiel über still. Das war ihre Reaktion auf das Verbot der Hertha-Chefs, Fahnen, Banner und Doppelhalter mit ins Stadion zu bringen. Das wiederum war wohl eine Reaktion auf die Vorkommnisse in Dortmund eine Woche zuvor, wo Hertha-Fans mit Fahnenstängchen auf Polizisten einhieben, was allerdings wiederum eine Reaktion auf einen eher unnötigen Einsatz der Dortmunder Beamten war. Aktion, Reaktion, so ist das Leben.

Am Samstagabend im Olympiastadion jedenfalls konnte die These, dass es ohne den Support der Ultras ja auch mal ganz nett sei, weil dann endlich der Dauersingsang wegfalle und das gesamte Stadion spielbezogen raune und staune, eindrucksvoll widerlegt werden. In Wahrheit war das Stadion am Abend der ruhigste Ort der Stadt. Von einer "Friedhofsstimmung" sprach Herthas Trainer Pál Dárdai. Entsprechend dahingeschieden trat seine Mannschaft auch auf. Es ist nicht zu gewagt, zu behaupten, dass diese drei Punkte die Hertha-Führung auf dem Gewissen hat.

Wer stand im Blickpunkt?

Mark Uth, der Mann mit dem kürzesten Namen der Bundesliga, hatte nach dem Spiel gegen Hannover 96 einen wahrlich aufregenden Abend hinter sich. Der Schalker Stürmer stand kurz vor einer Sinnkrise, weil er für seinen neuen Club in der Liga noch immer nicht getroffen hatte, obwohl er doch fürs Toreschießen eingekauft wurde. Also warf er sich tüchtig rein. Er vergab Chancen wie eh und je, ehe er im Strafraum fiel und der Schiedsrichter Schmidt auf Elfmeter entschied, den er aber nach Videostudium wieder zurücknahm. Uth wurde nicht, sondern hatte gefoult. Kurz darauf vergab Mark wieder eine uthe Chance, ganz frei vor dem Tor. Dann aber schlug seine Stunde.

Uth fiel wieder zu Boden, wieder ein Elfmeterpfiff, dieses Mal hatte der Schiri ein Foul von Hannovers Torwart Tschauner gesehen. Nur: Es war keins, Uth sank einfach dahin. Warum die Entscheidung nicht korrigiert wurde, dieses Geheimnis wird für immer im Kölner Keller bleiben. Schalkes Bentaleb war es egal, 1:0. Die Gelsenkirchener gewannen am Ende 3:1 und das letzte Tor machte dann doch noch Mark Uth. Anschließend verbeugte er sich vor der Schalker Nordkurve.