Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist in Europas Fußball nur noch zweitklassig. Das 2:0 der Niederlande gegen Frankreich besiegelte den Abstieg der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw von der Liga A in die Liga B des neuen Wettbewerbs Nations League. Auch mit einem Sieg am Montag in Gelsenkirchen kann die DFB-Elf den letzten Platz der Gruppe 1 nicht mehr verlassen.

Bei der nächsten Auflage des Wettbewerbs im Jahr 2020 muss Deutschland also in der zweiten Division antreten und könnte dann als Gruppensieger die Rückkehr in die A-Liga schaffen. Löw hatte schon vor der Partie betont, dass ein Abstieg für ihn "kein Weltuntergang" wäre.

"Die Niederlande hat verdient gegen den Weltmeister Frankreich gewonnen. Für uns ist dieses Ergebnis natürlich bitter, weil wir damit keine Chance mehr haben, in der Liga A der Nations League zu bleiben. Das müssen wir akzeptieren", sagte der Bundestrainer unmittelbar nach dem Sieg Hollands gegen die Franzosen. "Unser Blick richtet sich aber nach wie vor klar in Richtung der EM 2020, für die wir uns qualifizieren werden und bei der wir wieder eine starke Mannschaft ins Turnier schicken wollen", sagte der Bundestrainer.

Löw will versöhnlichen Jahresabschluss

Löw will nun zumindest einen versöhnlichen Jahresabschluss und versprach den Fans für die Partie gegen die Niederlande am Montag in der Schalke-Arena volle Motivation und Konzentration. "Aus diesem Jahr, das insgesamt enttäuschend für uns war, wollen wir uns am Montag in Gelsenkirchen mit einem guten Spiel von unseren Fans verabschieden", sagte er.

Für Deutschland hat die Partie nur noch Testspielcharakter. Die Niederlande hingegen können mit einem Sieg sogar Frankreich noch von Platz eins verdrängen und sich für das Finalturnier im Juni 2019 qualifizieren. Deutschland könnte sich immerhin noch in eine bessere Position für die EM 2020 bringen und in den Topf 1 rutschen. Sollte Deutschland in Topf 2 bleiben, würden in der Ausscheidungsrunde von März bis November 2019 Duelle gegen Topteams wie Spanien oder Frankreich drohen. Allerdings qualifizieren sich alle Gruppensieger und Gruppenzweiten für die EM-Endrunde 2020.

Mit welchem Personal der Bundestrainer das Spiel gegen die starken Niederländer angeht, ist noch offen. Ex-Weltmeister Toni Kroos zählt nach einer Erholungspause wieder zum Aufgebot. Der Real-Madrid-Star hatte schon am Freitag in Leipzig trainiert. Der Kölner Jonas Hector leidet an einer Knöchelblessur. Ob der Dortmunder Marco Reus nach einer Fußprellung gegen Oranje auflaufen kann, ist ungewiss. Der 29-Jährige stand zumindest bereits wieder auf dem Übungsplatz.

Grindel will, dass Stimmung nicht in den Keller rutscht

DFB-Präsident Reinhard Grindel erwartet nach dem blamablen Vorrundenaus bei der WM in Russland nun, dass sich die Stimmung nicht wieder trübt. "Für mich ist wichtiger, dass wir gegen die Niederlande wieder ein so gutes Spiel zeigen wie gegen Russland", sagte der Verbandschef.

Bei dem Spiel Frankreichs gegen die Niederlande in Rotterdam erzielten Georginio Wijnaldum (44. Minute) und Memphis Depay per Foulelfmeter (90.+6) die Tore. Wijnaldum war am Freitag der Mann des Abends. Schon vor seinem Tor hatte der Offensivmann Frankreichs Torwart Hugo Lloris in arge Bedrängnis gebracht. Die Franzosen hatten aber die Gastgeber zunächst im Griff. Oranje blieb auch im zweiten Abschnitt gefährlicher und hatte unter anderen durch Kapitän Virgil van Dijk (60.) und Denzel Dumfries (63.) große Möglichkeiten zu weiteren Treffern. Doch Lloris hielt herausragend. Antoine Griezmann vergab die beste Chance auf den Ausgleich, nachdem vor der Pause Stuttgart-Profi Benjamin Pavard knapp verzogen hatte. In der Nachspielzeit verwandelte Depay den Elfmeter.

Deutschland ist in der Nations League noch ohne Sieg. Gegen Frankreich gab es ein 0:0 in München und ein 1:2 in Paris. Im Hinspiel gegen Oranje setzte es ein demütigendes 0:3. Am Donnerstag hatte die Nationalelf ein Testspiel gegen Russland mit 3:0 gewonnen.