Wer spielte wie gegen wen?

Sonntag ist Herzchenzeit bei ZEIT ONLINE: Die Borussia aus Mönchengladbach profitiert und gewinnt den wichtigsten Wettbewerb und, ach ja, auch das Spiel gegen Stuttgart. Verlierer ist Fortuna Düsseldorf, was aber auch am Spieltermin, dem Freitagabend, liegen dürfte. 

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Freiburg gegen Leipzig. Mit diesem deutlichen 3:0 für den Breisgau hatten wohl nur wenige Sachsen gerechnet. Leipzig hätte die Punkte gebraucht, um in der Spitzengruppe hinter Dortmund dranzubleiben, kam als beste Abwehr der Liga angereist und wollte mit "qualitativem Ballbesitz" zu Punkten kommen. Was auch immer das ist – das, was Leipzig zeigte, war es nicht. Und drei Fehler machten den SC Freiburg zum großen Gewinner des Spieltags. Vor dem 0:1 vertändelte Leipzigs Marcel Sabitzer tief in der Freiburger Hälfte den Ball, der Konter lief glatt bis zu Nils Petersen, der früh im Spiel abstaubte. Beim 2:0 lief Leipzigs Upamecano Freiburgs Mike Frantz so dämlich in die Hacken, dass der im Strafraum fiel. Den Elfmeter machte anschließend Waldschmidt rein. Und beim 3:0 war es wieder Sabitzer, der einfach nicht zum Kopfball hochgehen wollte, sodass Frantz nicht mal springen musste, um das 3:0 zu machen. Sabitzer, der Österreicher, hatte wohl schon die entscheidende Woche für Red Bull im Europapokal im Hinterkopf, bei dem Leipzig auf Bruderhilfe aus Salzburg angewiesen ist, dieses Mal ausnahmsweise nicht mit Geld oder recht günstigen Konditionen beim Spielerkauf.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Gladbach gegen Stuttgart. Wenn Markus Weinzierl mit dem VfB Stuttgart verliert, und das passiert in der Regel häufig, dann aber richtig. 0:3, 0:2, 0:3, 0:4 und 0:4 stehen zwei Siegen gegenüber. Dieses Wochenende bekam der VfB von Gladbach auf die Mütze. Dass die zu Recht auf dem zweiten Platz bleiben, das sah man beim 2:0: Der Innenverteidiger Nico Elvedi rannte mit einem Solo, das an Bayerns früheren Verteidiger Lúcio erinnerte, bis zur Grundlinie, Raffael legte den Ball auf Hazard, der spielte zu Florian Neuhaus, und wer dann so locker bleibt wie er und den Ball ins Netz legt, der macht im Augenblick ziemlich viel richtig.

Wer stand im Blickpunkt?

Horst Heldt. Nun gibt es Geburtstage, die einem in Erinnerung bleiben, weil einfach alle guten Menschen um einen herum an alles gedacht haben: Zeit für den Jubilar, Kuchen, andere Aufmerksamkeiten. Und dann gibt es den 49. Ehrentag von Horst Heldt, dem Manager von Hannover 96. Auszüge seiner Geburtstagsrede: "Er soll die Klappe halten!" (gemeint war der Videoschiedsrichter), "Das ist ein Witz! Das ist der Wahnsinn an Schwalbe! Dann mischt er sich nicht ein? Warum mischt er sich da nicht ein?" Und: "Der ganze Scheiß ist wirklich nicht mehr akzeptabel." Thema seiner Rede nach dem Abpfiff in Mainz war, wer hätte es denken können, mal wieder eine Fehlentscheidung, die trotz des Videoschiedsrichters zustande kam. Der blieb nach einer minimalen Berührung von Hannovers Ostrzolek an Mainz' Mateta stumm, obwohl Schiri Robert Hartmann fälschlicherweise auf Elfmeter entschieden hatte. Mainz glich in der 86. Minute aus und klaute Hannover wichtige Punkte im Abstiegskampf.  Schon die ersten 15 Minuten der Partie hätten eine ganze Halbzeit füllen können. Dass es hier um ängstliche Teams aus dem Tabellenkeller gehen sollte, sah man nicht. Hannovers 4,10 Meter großer Stürmer Hendrik Weydandt schoss sein Team verdient in Führung, Mainz kam in der zweiten Halbzeit zu einigen sehr guten Chancen.

Um alle Beteiligten etwas an das richtige rage level heranzuführen, gab es schon in der ersten Hälfte eine Videobeweisprüfung. Hannovers Kevin Wimmer köpfte sich den Ball an die Hand, Hartmann schaute auf Hinweis von Patrick Ittrich in Köln noch mal drauf. Er blieb dabei: kein Elfer – richtig. Warum er dort aber ein Signal aus Köln bekam und später nicht, das bleibt das Geheimnis von Ittrich. Selbst nach dem Tor wurde es nicht ruhiger: Ein korrekt aberkannter Mainzer Treffer und eine Gelb-Rote Karte für Hannovers Sorg beendeten den aufregenden Nachmittag. Kopf hoch, Horst, es gab noch schlimmere Geburtstagsgeschenke: