Wer spielte wie gegen wen?

Gladbach, Freiburg, Dortmund und der Bayern-Gegner – das waren wieder Ihre beliebtesten Vereine an diesem Spieltag. Lassen Sie sich doch mal was anderes einfallen, liebe Klickerinnen und Klicker.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Düsseldorf gegen Freiburg. Seit dem 7. Spieltag war die Fortuna stets Letzter oder Vorletzter in der Tabelle. Daher war sie auch gegen den SC Freiburg, der Leipzig 3:0 geschlagen hatte, nicht der Favorit. Doch Friedhelm Funkels Team beherrschte Spiel und Gegner und kam nach zwei Eckbällen durch zwei Tore von Kaan Ayhan, der in Schalke ausgebildet wurde, zu einem verdienten Sieg. Der deutsch-türkische Verteidiger spielt sich auf der Playstation gerne selbst, schickt sich dort aber in den Sturm.

Nun steht der Aufsteiger immerhin auf dem Relegationsplatz 16 und schöpft neue Hoffnung. Mut kann ihm auch die Statistik machen. Entgegen dem landläufigen Irrtum haben es Aufsteiger im ersten Jahr gar nicht so schwer in der Bundesliga. Eine Auswertung der letzten zehn Jahre ergibt Folgendes:

  • Mehr als 70 Prozent der Aufsteiger hielten im ersten Jahr die Klasse, selbst die beiden Außenseiter Ingolstadt und Darmstadt im Jahr 2016.
  • Nur 6 von 21 stiegen direkt wieder ab, zuletzt Paderborn 2015.
  • Dass alle Aufsteiger wieder abstiegen, kam nicht vor.
  • Durchschnittlicher Tabellenplatz eines Aufsteigers: 12 (in den letzten drei Jahren: 9).
  • Aufsteiger, die direkt wieder abstiegen: Paderborn und Braunschweig, die später auf dem Weg in die 4. Liga waren oder sind, die traditionellen Zweitligisten Fürth und St. Pauli sowie Hertha und Düsseldorf selbst.
  • Im Schnitt holte ein Aufsteiger 40 Punkte (ohne Leipzig und Hoffenheim: 37).
  • In mehr als 50 Prozent der Saisons landete mindestens ein Aufsteiger in der oberen Tabellenhälfte.

Die Fortuna hatte vor dem Freiburg-Sieg nur zwei Mal in dieser Saison gewonnen, gegen Hoffenheim und Hertha, zudem je ein Unentschieden in Leipzig und München erwirkt. Die Großen scheinen ihr zu liegen. Am Dienstag, wenn die Englische Woche der Bundesliga beginnt, kommt Borussia Dortmund an den Rhein. Eine Chance gibt’s immer.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hoffenheim gegen Gladbach. Vor diesem Spieltag hatte nur Dortmund mehr Tore geschossen als die beiden. Diesmal fielen leider keine, obwohl vor allem die TSG es immer wieder versuchte. 25:4 Schüsse zählten die Analysten. Doch die Nagelsmann-Elf machte zu wenig aus ihren Chancen, was symptomatisch für ihre Saison ist. Spielerisch gibt es kaum bessere Teams in Deutschland, sie war sogar die einzige Mannschaft, die im direkten Duell mit Borussia Dortmund deutlich besser war. Allerdings endete auch dies mit Unentschieden. Inzwischen liegt Hoffenheim 16 Punkte hinter dem BVB. Träfen sie bloß öfter, könnten die Hoffenheimer Fußballer viel besser dastehen, sogar um den Titel mitspielen. Vor dem Tor wirken sie manchmal zu verspielt.

Wer stand im Blickpunkt?

Christian Gentner. Mit 14 kam der Junge aus Beuren am Rand der Schwäbischen Alb zum VfB, wurde A-Jugend-Meister, dann Deutscher Meister 2007. Zwischendurch war er ein paar Jahre in Wolfsburg, wo er auch die Meisterschaft errang. Es gibt nicht viele Fußballer, die mit zwei Vereinen den Titel holten, die nicht Bayern München heißen. Längst ist Gentner wieder in Stuttgart und die besten Zeiten sind vorüber, doch kann der Kapitän seinen VfB in manchen Spielen noch immer wichtige Impulse geben. So wie am Samstag, als die zunächst enttäuschenden Stuttgarter gegen Hertha zur Halbzeit wieder 0:1 hinten lagen. Angetrieben von Gentner und Mario Gómez drehte die Mannschaft das Spiel. Das Siegtor bereitete Gentner vor, Gómez köpfte ein, es war sein zweites Tor. Der VfB gewann und steht zum ersten Mal seit dem 1. Spieltag nicht mehr auf einem Abstiegs- oder Relegationsplatz. Die Temperaturen waren eisig, doch die Fans feierten begeistert mit der Mannschaft. Die Stimmung war großartig, bis bekannt wurde, dass Herbert Gentner, Christian Gentners 66-jähriger Vater, der so gut wie jedes Stuttgarter Heimspiel besuchte, kurz nach dem Spiel durch einen Herzinfarkt im Stadion starb. Über das Spiel sprach dann keiner mehr. Stuttgart trauerte und die ganze Bundesliga mit. "Wenn wir uns mitten im Leben meinen", dichtete Rilke über den Tod, "wagt er zu weinen, mitten in uns."