Wer spielte wie gegen wen?

Der BVB bekam an diesem Dienstagabend die meisten Herzchen. Wohl aus Mitleid.


Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Düsseldorf gegen Dortmund. Ausgerechnet beim Aufsteiger verliert der Tabellenführer sein erstes Spiel der Saison. Ausgerechnet am Tag der Entlassung von José Mourinho zelebriert die Fortuna herrlichsten Außenseiterfußball. Hinten verteidigten sie mit Glück, Geschick und Grasflecken auf den Trikots, vorne liefen sie plötzlich los. Beim 1:0 spielt Düsseldorfs Stöger einen perfekten Pass in die Tiefe, die Dortmunder Verteidiger begreifen die Situation zu spät und schon ist Dodi Lukebakio auf dem Weg in Richtung Tor. Das hätte beim BVB eigentlich niemanden überraschen dürfen. "Lukebakio geht steil" ist nämlich nicht etwa ein Partymotto, sondern das taktische Konzept, mit dem die Fortuna schon gegen die Bayern punktete. Damals lief der Belgier den Herren Boateng und Süle weg. Nun wieder: Lucky Lukebakio, er rennt schneller als sein Schatten. In Halbzeit Zwei legte Düsseldorfs Jean Zimmer nach und hämmerte den Ball unter die Latte. Sein erstes Bundesligator und nicht nur deswegen sein schönstes.

Dortmund hatte zwar fast immer den Ball, wusste damit aber nicht zu viel anzufangen. Erst als Lucien Favre wechselte und Paco Alcácer und Jadon Sancho brachte, wurde es heikel im Düsseldorfer Strafraum. Sancho leitete mit einem seiner Dribblings dann auch das 1:2 ein, Alcácer vollendete per Kopf. Zu mehr reichte es aber nicht. "Wir lernen jeden Tag", sagte Lucien Favre nach dem Spiel. Er selbst wohl derzeit vor allem, dass seine Mannschaft ohne Sancho und Alcácer nur halb so gut ist. Friedhelm Funkel, der älteste Trainer der Liga, bestach hingegen durch Gelassenheit: "Auch dieser Sieg bringt uns nur drei Punkte."

Wer stand im Blickpunkt?

Thorgan Hazard. Der Mann aus Belgisch Gladbach bewarb sich im Duell gegen den 1. FC Nürnberg mit Nachdruck um den Titel des schlechtesten Elfmeterschützen des Jahres. Wie ein Panenka für Arme lupfte er den Ball einen guten Meter über die Latte. Ein Aktion, die in jeder Kreisligaelf die sofortige Auswechslung plus zwei Monate Ballnetze schleppen nach sich gezogen hätte. Vielleicht aber hat Hazard auch nur einen Sinn für Gerechtigkeit. Der Elfmeter nämlich war keiner, Petrák hatte Neuhaus höchstens hauchzart mit der Spitze eines Schraubstollens berührt, doch im Kölner Videokeller war es wohl gerade wieder dunkel. Später machte Hazard etwas mehr richtig und traf zum 1:0. Gladbach ist bereit für ein echtes Spitzenspiel gegen den BVB zum Abschluss der Hinrunde.

Hier derweil noch einmal der Hazard-Elfmeter aus zehn verschiedenen Kameraperspektiven:

Worüber reden am Mittwoch alle?

Über den VfL Wolfsburg. Also, dass alle über den Verein reden, ist gelogen, weil es halt der VfL Wolfsburg ist. Das ändert aber nichts daran, dass die Wölfe gerade die Mannschaft der Stunde sind. Nach dem 2:0 gegen den VfB Stuttgart ist der VfL nun seit fünf Spielen ungeschlagen und bis auf Tabellenplatz sechs geklettert. Bemerkenswert in diesem Spiel: Nur drei Tage nach dem Tod seines Vaters stand Christian Gentner, der Kapitän des VfB Stuttgart wieder auf dem Platz. Sogar die Wolfsburg-Fans unterstützten ihn mit einem Spruchband: "Viel Kraft in der schweren Zeit, Gente."

Welcher war der Tweet des Dienstags?