Die deutsche Fußballnationalmannschaft trifft in der Qualifikation zur EM 2020 unter anderem auf die Niederlande. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw wurde am Sonntag im Convention Center in Dublin in die Gruppe C gelost. Außerdem tritt die DFB-Elf gegen Nordirland, Estland und Weißrussland an. Wegen ihres schlechten Abschneidens in der Nations League war Deutschland nicht im Topf der zehn besten Teams.

Die Qualifikationsrunde wird von März bis November 2019 an fünf Doppelspieltagen ausgetragen. Alle zehn Gruppensieger und zehn Gruppenzweiten qualifizieren sich für die Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf Gastgeberländern. Deutscher Spielort ist die Allianz Arena in München. Dort werden drei EM-Gruppenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen. Da Deutschland in einer Fünfergruppe spielt, sind 2019 zudem noch zwei Testpartien möglich.

Bei erfolgreicher Qualifikation würde die DFB-Elf zwei oder drei Heimpartien in der Gruppe F bestreiten. Anschließende Spielorte wären Bukarest und St. Petersburg oder Dublin und Rom. Beide Halbfinals und das Endspiel finden in London statt.

EM-Qualifikation auch über Play-offs möglich

Nach der normalen Qualifikationsrunde werden noch vier zusätzliche Tickets für die EM vergeben. Die verbliebenen vier Teams werden in Play-offs der Nations League im März 2020 ermittelt. Startberechtigt sind dabei die je vier Gruppensieger jeder Staffel der Nations League. Sollten sich diese schon über die normale Qualifikationsrunde qualifiziert haben, rücken die nächstbesseren noch nicht qualifizierten Mannschaften der jeweiligen Ligen nach.

Im Extremfall geht das Startrecht auf Teams der nächst tieferen Liga über. Deutschland könnte diesen EM-Umweg in Anspruch nehmen, wenn es Platz 1 oder 2 in der Gruppe C verfehlt und mindestens sieben in der A-Liga besser platzierte Teams in der normalen Qualifikation erfolgreich sind.

Joachim Löw nennt Qualifikation "selbstverständlich"

Bundestrainer Joachim Löw sagte nach der Auslosung der Qualifikationsgruppen in Dublin: "Wir gehen selbstbewusst in die Qualifikation rein. Wir haben schon den Anspruch, dass wir das schaffen." Im Gegensatz zu früheren Qualifikationsrunden wollte Löw aber nicht den ersten Platz als Ziel vorgeben. "Nach 2014 und 2016 waren wir in einer Phase, in der wir gut harmoniert haben. Da konnten wir so eine Zielsetzung ausgeben. Jetzt fangen wir weiter unten an. Jetzt wollen wir nicht gleich überheblich sein", so Löw. DFB-Chef Reinhard Grindel sagte: "Angesichts dieser Gruppe muss man sich qualifizieren, das ist keine Frage."

Gegen die Niederlande hatte die deutsche Nationalmannschaft zuletzt in der Nations League gespielt. Im Oktober hatte die deutsche Nationalmannschaft 0:3 in Amsterdam verloren, im November hatten sich die Teams mit einem Unentschieden getrennt.

Gegen Nordirland hatte Deutschland zuletzt in der Qualifikationsrunde für die WM 2018 gespielt und beide Spiele gewonnen. Mit dem 3:1 im Windsor Park von Belfast hatte sich die Mannschaft im Oktober 2017 für die WM 2018 qualifiziert. Ein Gruppenspiel bei der EM 2016 in Paris hatte Deutschland 1:0 gewonnen.

Gegen Estland hatte Deutschland das letzte Mal in den Dreißigerjahren gespielt und alle drei Spiele gewonnen. Gegen Weißrussland war die DFB-Elf bislang erst einmal angetreten. Kurz vor der EM 2008 war ein Testspiel in Kaiserslautern 2:2 geendet.

Für die EM 2024, die in Deutschland stattfinden wird, ist die Nationalmannschaft automatisch qualifiziert. Das bestätigte der Turnier-Chefplaner der Uefa, Lance Kelly, der Deutschen Presse-Agentur in Dublin. Unmittelbar nach dem Turnierzuschlag im September hatte die Uefa eine Zusicherung für einen garantierten Startplatz noch nicht geben wollen.