In der Nacht zum Sonntag sprach der Bundestrainer Jogi Löw im ZDF-sportstudio noch einmal über sein Verhältnis zu Mesut Özil: "Ich war wahnsinnig enttäuscht, dass er mich nicht persönlich informiert hat", sagte er über Özils Rücktritt aus der DFB-Auswahl. "Jeder weiß, dass ich immer gesprächsbereit bin, da gehören aber zwei dazu." Bisher habe es "kein Signal" von Özil gegeben. "Ich hätte es mir anders gewünscht, aber wenn es jetzt so sein muss, dann ist es so", meinte Löw.

Ansonsten solle es zwar keinen Umbruch in der deutschen Fußballnationalmannschaft um jeden Preis geben. Jérôme Boateng und Mats Hummels blieben aber nicht unbedingt als Innenverteidiger erste Wahl. "Nach wie vor ist es so, dass sie für Deutschland spielen können, wenn sie die Form haben", sagte Löw. Aber: "Zuletzt hatten sie sie nicht."

Manuel Neuer bleibt Stammtorhüter

Der Münchner Manuel Neuer soll jedoch voraussichtlich weiterhin der Stammtorhüter bleiben. "Wenn Manuel seine Form hat, wird er eingeplant sein als Nummer eins bis 2020", erklärte der Bundestrainer. Der 26 Jahre alte Herausforderer Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona werde zwar im neuen Jahr Einsatzchancen bekommen, einen offenen Zweikampf im Tor aber will Löw nicht ausrufen.

"Öffentlich muss man das nicht tun. Ich möchte die Leistung von Marc nicht schmälern. Er hatte am Anfang in der Nationalmannschaft einige Probleme, ist jetzt genauso Weltklasse", sagte der DFB-Cheftrainer. Doch die Rollenverteilung bleibt für Löw. Neuer sei "unser Kapitän und wichtig für die Mannschaft. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, wird Neuer die Nummer eins sein bis zur EM", betonte der Bundestrainer.

Der 32-Jährige sei "über viele Jahre der allerbeste Torhüter" gewesen. Und auch nach seiner längeren Verletzungspause habe er bei der insgesamt "wahnsinnig enttäuschenden WM" in Russland seine Form gefunden, bemerkte Löw. Der viermalige Weltmeister Deutschland wird im März 2019 in die neue Länderspielsaison und die EM-Qualifikation starten.