Du sollst Handball nicht mit Fußball vergleichen!

Wer spielt wann gegen wen?

Wieder geht es um Ihre Herzchen. Für Wolfsburg gegen Leverkusen prophezeien wir das ultimative Schneckenrennen.


Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Norwegen gegen Deutschland. Schließlich ist die Bundesliga in der ungewohnten Situation, dieses Wochenende mal nicht die Nummer eins in der Gunst der Zuschauer zu sein. Sollten die deutschen Handballer am Freitag das Halbfinale gegen Norwegen gewinnen, dann werden vielleicht wieder ein paar Fußball-Handball-Vergleiche gezogen, die schwarz-weißer nicht daherkommen können. Hier die bodenständigen Handballer, dort die Fußballmillionäre. Hier die harten Jungs, dort die Schwalbenkönige. Hier die saftigen, glänzenden Äpfel, dort die blassen, mehligen Birnen. 

Solche Vergleiche führen zwangsläufig ins Leere. Es ist im Sinne der Vielfalt großartig, dass es auch andere Sportarten schaffen, einen Sog zu entfalten. Der Fußball ist in Deutschland so groß und stark, dass er meist vieles andere erdrückt. Da tut so was mal gut. Ihm deshalb zwanghaft stets den Spiegel kleinerer, vermeintlich bescheidenerer Sportarten vorzuhalten, bringt auch die Handballer nicht weiter.

Und wenn wir schon bei verqueren Vergleichen sind: Den Ball mit dem Fuß kontrollieren zu wollen, ist ja wohl wesentlich schwieriger, als ihn in die Hand zu nehmen. Dafür brauchen Sie sich nur die Spiele des 1. FC Nürnberg ansehen.

Welche Spiele können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Dortmund gegen Hannover und Bayern gegen Stuttgart. Zwei von ganz oben gegen zwei von ganz unten. Das riecht fast nach einem Handballergebnis, aber lediglich auf der vorderen Seite des Doppelpunktes.

Wer steht im Blickpunkt?

In diesen Tagen ging ein Video von Ted Rath herum. Der Mann arbeitet für das NFL-Team der Los Angeles Rams und hat wohl einen der seltsamsten Jobs in der Sportwelt. Seine Aufgabe ist es, den Chefcoach der Rams, Sean McVay, stets ein wenig zurückzuhalten, sodass der im Eifer des Gefechts nicht von einem Schiedsrichter umgelaufen wird. So schön, wie gefühlvoll Rath seinen Boss mit einem leichten Ziehen an der Hüfte hierhin und dorthin bugsiert. 

Das wäre doch eine Idee für die Bundesliga: Ein Angestellter, der die Trainer zurückhält, falls die mal im Begriff sind, ihre Coachingzone zu verlassen. Wir sehen dafür Bedarf bei: Lucien Favre, Niko Kovač, Dieter Hecking, Ralf Rangnick, Adi Hütter, Bruno Labbadia, Pal Dardai, Julian Nagelsmann, Florian Kohfeldt, Sandro Schwarz, Friedhelm Funkel, Christian Streich, Domenico Tedesco, Manuel Baum, Markus Weinzierl, André Breitenreiter, Michael Köllner und Peter Bosz. Um an dieser Stelle nur einige zu nennen.

Der Prince ist stolz

Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Über die Neuen. Am kommenden Donnerstag schließt das Winter-Transferfenster. Und vor allem die Vereine, die bislang ihren Zielen hinterherhecheln, werden noch einmal nachlegen auf dem Transfermarkt. Zuerst fällt einem da natürlich der FC Bayern ein, der deshalb an Callum Hudson-Odoi dran ist, einem 18-jährigen Talent vom FC Chelsea. Angeblich wollen die Bayern auch den ohnehin ab Sommer verpflichteten Schwaben-Franzosen Benjamin Pavard schon jetzt haben. Die anderen Underperformer vom FC Schalke 04 sollen an Nikola Kalinić von Atletico Madrid interessiert sein. Aber so ein Transferschluss heißt auch immer Abschied nehmen: Shinji Kagawa, der unter Lucien Favre wenig spielt, könnte den BVB verlassen. Sayonara, Shinji.

Was machen die Frauen?

Die halten noch immer Winterschlaf. Erst Mitte Februar geht die Bundesliga wieder los.

Was wird sonst noch wichtig?

Kevin-Prince Boatengs Ligadebüt für den FC Barcelona. Herrlich zu sehen, wie ein 31-jähriger Fußballer, der schon viel erlebt hat, sich immer noch wie ein Kind freuen kann, weil er (wohl auch zu seiner eigenen Überraschung) plötzlich das Trikot der katalanischen Legende tragen darf. Seine Social-Media-Accounts quollen über vor Fanboystolz. "Ich will Messi einfach beim Spielen zusehen", sagte er bei seiner Vorstellung.

Für alle, die sich fragen, was das filigrane Barca mit Boateng will: Er soll der Ersatz für Luis Suárez sein, wenn der mal keine Lust hat. Bei seinem letzten Verein, Sassuolo, machte er in 15 Spielen immerhin fünf Tore. Nun muss ihm nur noch jemand sagen, dass er während der Spiele keine Selfies machen kann.