Wer spielt wann gegen wen?

Sie, liebe Lesende und Klickende, können auch im neuen Jahr, zum Rückrundenbeginn, neun Herzchen verteilen. Seien Sie nicht sparsam mit Ihrer Fußballliebe.


Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Spiele der Handball-WM, etwa das der Deutschen gegen Island am Samstag um 20.30 Uhr. Zeitgleich spielt auch der zweite Gastgeber Dänemark gegen Ungarn. In beiden Hallen, in Köln und Herning, wird wieder mächtig was los sein. Der Handball dient in diesen Tagen als Kontrastmittel zum Fußball. Er gilt als erdiger und ehrlicher, spannender und packender, auch moralisch irgendwie wertvoller, weniger Bling-Bling. "Was mir am besten gefällt: dass einfach deutlich weniger palavert wird als im Fußball, außerhalb wie auf dem Feld", sagte zum Beispiel Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann. Im Handball werde zudem "männlich verteidigt" (wobei nicht klar ist, was er sich unter dem Gegenteil vorstellt und davon hält). Der zurzeit beliebte Hand-/Fußball-Vergleich mag manchmal bemüht und von einem Minderwertigkeitskomplex des kleinen Bruders Handball gegenüber dem großen gespeist sein – doch an ihm ist was dran. Wenn Sie an diesem Wochenende also noch keine Lust haben auf Rudelbildungen und anderes Gemotze, jämmerliche Schwalben und affige Torjubeltänze, Posen und Gegockel: Sie haben die Wahl.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Schalke gegen Wolfsburg. Der Bedarf nach Fußball von Schalke 04 war zuletzt nicht sehr groß. Die meisten Fußballfans konnten die vergangenen 29 Tage, ohne ihn zu vermissen, recht glücklich leben. Und jetzt ist auch noch Naldo weg. Das Problem war vielleicht weniger, dass Schalke ihn mitten in der Saison verkaufte, sondern dass sie so lange auf ihn als Libero gesetzt hatten. Tore schießen kann der 36-jährige Brasilianer zwar, aber für einen Abwehrspieler ist er recht steif. Typisch für Schalke ist, dass der Transfer öffentlichen Ärger nach sich zog. Der Manager Christian Heidel begründete den Verkauf mit der Behauptung, Naldo hätte als Ersatzspieler keine Ruhe gegeben. Der Spieler widersprach. Schalke wirkt nach wie vor angestrengt, Schalke ist nach wie vor anstrengend.

Wer steht im Blickpunkt?

Friedhelm Funkel. Im Dezember holte er drei Siege auf dem Platz, gegen Freiburg, Dortmund und Hannover. Dann, im Januar, gewann er auch noch das vereinsinterne Spiel gegen den Vorstand Robert Schäfer, der gerne einen moderneren Trainer als den trockenen 65-Jährigen für sein Start-up, äh, seinen Fußballverein engagieren würde. Doch Funkels auslaufender Vertrag wurde nach massiver Schäfer-Kritik aus Medien, Fanblock und Aufsichtsrat für den Fall des Klassenerhalts um ein Jahr verlängert. Seine Spieler sollen ihm daraufhin in der Kabine Treue und Kampf versprochen haben. "Es gab einen Schwur", sagte Funkel der Bild-Zeitung. Der könnte schon im direkten Duell mit Augsburg helfen. Auch sonst könnte der Abstiegskampf Belebung erfahren. Die drei ganz unten, geschunden von Wunden und Schrunden, treten zu Heimspielen gegen Teams aus dem Mittelfeld an: Stuttgart gegen Mainz, Hannover gegen Bremen, Nürnberg gegen Hertha. Da geht was.