Was müssen Sie wirklich wissen?

Am Donnerstag um 18 Uhr geht es los. Deutschland trifft zuerst auf Korea, die mit einem gemeinsamen Team aus dem Süden und dem Norden antreten. Frank-Walter Steinmeier will dabei sein, IOC-Präsident Thomas Bach auch. Der deutsche Trainer heißt Christian Prokop, die deutsche Mannschaft besteht aus 16 Spielern, 14 auf dem Feld und zwei Torhütern. Gespielt werden zweimal 30 Minuten.

Wo wird gespielt?

In Deutschland und in Dänemark. Es ist das erste Mal, dass zwei Länder ein WM-Turnier gemeinsam austragen und dann sind es auch noch zwei traditionelle Handballnationen. Die Dänen legten Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Handballregeln fest, die Deutschen gaben dem Sport später den Namen. Vielleicht erst ein Wort zu den Dänen. Jedes Jahr im World Happiness Report ganz weit vorne, sind einer der größten Spermaexporteure, und Erfinder einer Kulturtechnik, die sich aufs Gemütlichsein beschränkt: Den Dänen geht es offenbar immer hervorragend. Doch wehe, einer wirft einen Handball in die Dünen. Dänemark zählt zu den besten Handballnationen der Welt, ist Olympiasieger und will endlich auch mal Weltmeister werden. Gespielt wird in Kopenhagen und in Herning, einer kleinen Messestadt im jütländischen Nichts. Dort aber wird das Finale ausgetragen, die Stadt verwandelt sich dann in ein Handballtollhaus.

Ähnliches erhoffen sich die deutschen Veranstalter von ihren Städten. Bewusst wurde die Handballperipherie gewählt, also Hamburg, Köln, München und Berlin. Bis auf die Hauptstadt hat keiner der Orte einen Erstligisten, Handball ist in Deutschland eher Sache der Provinz. Das soll sich ändern, die WM soll den Handball auch in den Städten hip machen. Vor allem in Köln, wo Deutschland 2007 Weltmeister wurde, könnte das in der Zwischenrunde ganz gut klappen. Ein paar Tickets gibt's noch, sie sind aber, da ist der Handball dem Fußball schon ganz nahe, nicht ganz günstig. Die Vorrunde in Berlin kostet über 100 Euro, Tickets für die die Zwischenrunde in Köln gibt es ab 90 Euro und für die Halbfinals in Hamburg braucht es jetzt schon 300 Euro für ein Ticket, und das, obwohl kein goldenes Steak inbegriffen ist. 

Wer ist alles bei der WM dabei?

Alles, was im Handball Rang und Namen hat. Dazu kommen kleinere Handballnationen wie Angola, Bahrain und Chile. Außerdem wird Korea als vereinigtes Team mit 16 Süd- und vier Nordkoreanern antreten. Deutschlands früherer Trainer Dagur Sigurðsson, Europameister von 2016, erhielt mit seinen Japanern eine Wildcard, um sich auf Olympia 2020 in Tokio vorzubereiten. Nicht dabei, wie eigentlich immer, sind die USA, China, Indien, Australien oder Kanada.

Gibt es Favoriten?

Es gibt sie reichlich. Da ist Frankreich, der Weltmeister. Er muss zwar aller Vorrausicht nach auf den verletzten Nikola Karabatić verzichten, den besten Handballer des vergangenen Jahrzehnts. Doch eine neue Generation an Stars wächst heran: Dika Mem, Melvin Richardson, Valentin Porte und Ludovic Fabregas bilden eine starke, junge Achse, Torhüter Vincent Gérard ist der Nachfolger von Legende Thierry Omeyer, der 2017 seine Karriere beendete.

Auch Norwegen und Dänemark leben von der Klasse ihrer Stars. Bei den Norwegern ist das Sander Sagosen, gerade mal 23 Jahre alt, aber schon der Kopf der Mannschaft. 2017 holten die Norweger WM-Silber. Und die Dänen sind auf vier von sieben Positionen mit Weltklasse besetzt. Angeführt wird das Team von Mikkel Hansen, dazu kommen Rasmus Lauge im Rückraum, Caspar Mortensen auf Außen und die beiden Torhüter Niklas Landin und Jannick Green. Ein Geheimnis aus der Favoritenrolle machen sie nicht: "Ich bin froh, dass wir das sind", sagt Rechtsaußen Lasse Svan. Sie standen schon zweimal in diesem Jahrzehnt in einem WM-Finale, sind Europameister und Olympiasieger. Ein Titel fehlt noch. Dänemark und Norwegen treffen schon in der Gruppe aufeinander.

Spanien hofft auf Raúl Entrerrios, den 37-jährigen Spielmacher aus Barcelona, und Julen Aguinagalde, den 36-jährigen Kreisläufer. Sie werden ihn erkennen, er ist 1,95 Meter groß und wiegt 110 Kilogramm. Spanien ist Europameister und wie immer von der Liste der Favoriten nicht wegzudenken. Teams, die überraschen könnten, sind die Kroaten und die Schweden.