Bei der Handball-Weltmeisterschaft haben sich Deutschland und Russland 22:22 unentschieden getrennt und den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde verpasst. Bester Werfer der DHB-Auswahl war Kapitän Uwe Gensheimer.

"Es überwiegt die Enttäuschung. Wir haben beim 20:17 den Sack nicht zugemacht", sagte Trainer Prokop in der ARD. "Heute dürfen wir uns ärgern. Das Schöne an diesem Turnier ist aber, dass wir binnen 24 Stunden das besser machen können mit dem tollen Publikum", sagte er. Rückraumspieler Paul Drux, dem kurz vor dem Ende ein fataler Abspielfehler unterlief, war bedient. "Das ist ein verlorener Punkt", sagte der Berliner.

Die Mannschaft von Trainer Christian Prokop fand zunächst keinen Zugang zum Spiel. Das lag zum einen daran, dass der Gegner deutlich besser verteidigte als zuletzt noch die Brasilianer. Vor allem aber knüpfte Deutschlands Torhüter Andreas Wolff im ersten Durchgang nicht an seine zuvor starken Turnierleistungen an. In der ersten Viertelstunde parierte der Keeper des THW Kiel lediglich einen Wurf. Noch vor der Pause brachte Prokop erstmals den zweiten Torhüter Silvio Heinevetter aufs Feld. 

Christian Prokop: "Bleibt cool"

In der Offensive ging es hingegen besser voran. Kapitän Gensheimer verwandelte fast alle seiner Versuche gewohnt treffsicher, und auch die Würfe aus dem Rückraum saßen meist. Dennoch blieb die Partie eng, weil die Russen ihre Angriffe zielsicher abschlossen. Daran konnte auch die solide deutsche Defensive nichts ändern. Aber die DHB-Auswahl steigerte sich – was auch mit der Hereinnahme von Jannik Kohlbacher zu tun hatte. Der 23-Jährige schuf wichtige Räume und schloss auch selbst erfolgreich ab. In der zweiten Hälfte baute die deutsche Mannschaft schon nach wenigen Minuten ihren Vorsprung erstmals auf vier Tore aus.

Dennoch blieben die Russen dank ihres überragenden Keepers Victor Kireew dran. "Bleibt cool", lautete der Tenor in einer Ansprache Prokops während des zweiten Durchgangs. Bis zur dramatischen Schlussphase beherzigte seine Mannschaft das. Doch als Paul Drux ein Abspielfehler unterlief, gelang den Russen der Ausgleich. Fabian Böhm brachte die DHB-Auswahl 45 Sekunden vor dem Ende erneut in Führung. Doch Russland schaffte wenige Sekunden vor der Schlusssirene erneut das Remis.