Für die heimische Stars League wurden Berühmtheiten aus aller Welt verpflichtet. Momentan lassen dort Wesley Sneijder und Barcelonas Xavi ihre Karrieren ausklingen. Die jungen Kataris sollen von den Großen lernen, so der Plan. Einer, der besonders gut hingeschaut hat, ist Almoez Ali. Der 22-Jährige ist der Toptorschütze des Asiencups. Achtmal traf er bislang, genauso oft wie der bisherige Rekordhalter Ali Daei aus dem Iran.

Wie fast alle anderen Nationalspieler hat auch Almoez Ali die Aspire Academy durchlaufen. Die Mannschaft spielt schon seit Jahren zusammen, sie sind alle etwa gleich alt, 21 oder 22 Jahre, egal ob der leichtfüßige Verteidiger Bassam al-Rawi oder der schnelle, trickreiche Stürmer Akram Afif. In knapp vier Jahren, zur WM im eigenen Land, ist die Generation Golf im besten Fußballalter.

Keine Legionärstruppe

Wichtig ist auch das Know-how von außen. Trainiert wird die Mannschaft vom Spanier Félix Sánchez Bas, der seine Trainerlaufbahn an der Jugendakademie des FC Barcelona begann. 2006 wechselte er an die Aspire Academy und wurde 2014 mit Katars U19 bereits Asienmeister. Unter ihm gewann Katar Ende letzten Jahres 1:0 gegen die Schweiz und spielte 2:2 gegen Island.

Dennoch gibt es nun Wirbel um ein weit verbreitetes Vorurteil Katar gegenüber. Es geht um ausländische Spieler. Die Vereinigten Arabischen Emirate versuchen es mit einem Protest, weil sie angeblich Dokumente besitzen, die belegen, dass zwei der Spieler wegen des falsch angegeben Geburtsorts der Eltern nicht für Katar spielen dürften. Die Regeln sind klar: Wer für ein Land spielen will, in dem er nicht geboren wurde, muss Mutter, Vater, Großmutter oder Großvater aus dem Land haben. Oder nach Vollendung des 18. Lebensjahrs mindestens fünf Jahre in dem Land gelebt haben.

Dabei widerlegt die aktuelle Mannschaft dieses Vorurteil mehr denn je zuvor. 17 von 22 Spielern des aktuellen Kaders sind in Katar geboren. Von den fünf im Ausland geborenen Spielern wiederum sind zum Beispiel Almoez Ali (aus dem Sudan) oder Ró-Ró (aus Portugal) schon als Kinder nach Katar gekommen. Das Land hat sich also nicht, wie es etwa die Handballer versucht hatten, eine Weltauswahl aus fertigen Spielern zusammenzgelauft, die nur die Ölmillionen einen. Das verbieten nicht nur die Fifa-Statuten, auch in Katar selbst dachte man vor kurzem um.

Im Jahr 2016 standen wesentlich mehr naturalisierte Spieler im Kader, erfolgreich aber waren sie nicht. Weshalb der katarische Verband durchsickern ließ, er wollte die Zahl der Fremdspieler zurückfahren. Die sind auch im Inland nur schwer zu vermitteln, steckt man doch so viel Geld und Aufwand in den eigenen Nachwuchs. Der Uruguayer Jorge Fossati, der Vorgänger von Sánchez Bas als Coach der Kataris, drohte damals deshalb sogar zurückzutreten, was er ein halbes Jahr später auch tat.

Das Ergebnis: In der Qualifikation für die WM 2018 in Russland scheiterte Katar noch an Syrien. Damit war Katar dann auch ganz offiziell der einzige künftige WM-Gastgeber, der sich noch nie für eine WM qualifiziert hat. Vielleicht ja nicht das einzige Novum, für das Katar 2022 sorgen wird.