Quelle: OpenStreetMap-Mitwirkende / geofabrik.de © ZEIT ONLINE

Wenn am Donnerstag die Handballweltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark beginnt, wird es wieder deutlich: Der stärkste Kontinent ist der europäische. Die Hälfte der Teilnehmer kommt aus Europa. Auch wenn die Briten, die Italiener und die Griechen nicht so gerne Bälle werfen und fangen – Handball ist in der DNA vieler Europäer. Das zeigt unsere Karte. Die Daten stammen von der freien Weltkarte OpenStreetMap, sie listet fast jede Sporthalle, jedes Schwimmbecken und jeden Rasen mit zwei Toren. So lässt sich darstellen, welche Länder gerne Cricket spielen und ob es auch einen Flecken gibt, auf dem kein Fußball gespielt wird. Die Liste ist nicht vollständig, aber sie zeigt, welche Sportart wo im Trend liegt.

Handball kehrt mit den beiden Gastgebern nun zu seinen Wurzeln zurück. Das erste Handballregelwerk stammt von einem Dänen, den Namen erhielt der Sport von einem Deutschen. Doch Nichteuropäer holen auf. Katar zum Beispiel richtete 2015 die Weltmeisterschaft aus und warf 2017 die Deutschen aus dem Turnier. Bahrain ist schon zum vierten Mal bei der WM dabei, Nordafrika hat ebenfalls eine Handballtradition. In Südamerika sind Brasilien und Argentinien die stärksten Nationen, auch Japan und das auf dem Feld vereinigte Korea spielen bei der WM mit. Und der nächste Markt ist bereits entdeckt: Das Finale wird zum ersten Mal in den USA live übertragen.

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Eishockey ist der Sport des Nordens und des Ostens. Jede russische Stadt, die etwas auf sich hält, hat ein Eishockeyfeld. Das gilt auch für den Norden der USA und für Kanada. War man anfangs noch vom Klima abhängig, verbreitete sich der Sport mit Kunsteisbahnen auch in Gegenden, in denen man nicht unbedingt erwartet hätte, Eishockeyspieler anzutreffen. In Europa wird Eishockey neben den skandinavischen Ländern vor allem im Baltikum, in Tschechien, in Deutschland, in der Slowakei und in der Schweiz gespielt.

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Eine Karte, die der des Commonwealth verdächtig ähnlich ist. Cricket, wohl im 17. Jahrhundert in England entstanden, verbreitete sich zunächst nur in Australien und Südafrika. Nachdem sich die britischen Kolonien aber für unabhängig erklärt hatten, spielte man auch in der Karibik, in Indien, Pakistan und Südasien. Deutschland erlebt gerade wegen vieler afghanischer Flüchtlinge einen kleinen Boom, Izatullah Dawlatzai, ein Star der Szene, lebt mittlerweile in Hamburg und spielt auch für Deutschland. Bis heute ist Cricket wohl der einzige Sport, der offizielle Tee- und Mittagspausen vorsieht. 

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Schon der Name deutet auf eine gewisse geografische Herkunft hin. In Abgrenzung vom Fußball und zum Rugby, beides populär im angelsächsischen Raum, gaben sich die Footballer eigene Regeln: Man darf nach vorne passen (im Rugby nicht) und der Ball wird mit Hand und Fuß gespielt. Tackeln ist außerdem erwünscht, nicht verboten. In Europa stationierte US-Soldaten brachten ihren Sport mit, allerdings wird hier vom Frühjahr bis zum Herbst gespielt, in der NFL vom Sommer bis zum Super Bowl Anfang Februar.

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Ein Schläger, ein Ball, ein Werfer. Baseball ist auf den ersten Blick eine simple Sportart. Und eine vermeintlich nordamerikanische. Seine Anfänge nahm der Sport aber in England, die ersten Regeln finden sich 1796 natürlich bei einem Deutschen, beim Pädagogen Johann GutsMuths. Baseball ist in Europa, Nordamerika, auf Kuba und vor allem in Japan verbreitet. In Japan stationierte GIs verhalfen Baseball nach dem Zweiten Weltkrieg zu außerordentlicher Popularität, US-Stars wie Joe DiMaggio flogen für Spiele ein. Außerdem passen die Charakteranforderungen des Spiels, Disziplin, harte Arbeit und Teamerfolg, ganz gut zu Japans Gesellschaft. In den USA war Baseball mal der dominierende Sport und bis heute ist der Besuch eines Baseballspiels das prägende Vater-Sohn-Erlebnis, auch wenn Football mittlerweile der populärere Sport ist. Auch in Ostasien und in Lateinamerika ist Baseball sehr beliebt. Von 1992 bis 2008 war der Sport im olympischen Programm.

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Die Fußballweltkarte kann man wohl mit einer Bevölkerungskarte der Erde übereinanderlegen. OpenStreetMap führt etwa 350.000 Plätze weltweit, so viele wie in keiner anderen Sportart. Fußball ist der Weltsport schlechthin. Die deutschen Fußballer schieden bei ihrer WM zuletzt früh aus, vielleicht geht es den Handballern ja dieses Mal besser.