Die Zahl der Badetoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Das geht aus der Jahresbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor. Demnach ertranken 2018 insgesamt 504 Menschen, das sind rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies komme vor allem durch den früh einsetzenden Sommer im vergangenen Jahr, teilte die Organisation mit.

86 Prozent der Todesfälle ereigneten sich der DLRG zufolge an ungesicherten Badestellen wie Flüssen, Bächen und Seen. "Binnengewässer führen leider noch immer die Ertrinkungsstatistiken an, denn sie werden in den seltensten Fällen von Rettungsschwimmern bewacht", erklärt DLRG-Präsident Achim Haag. Deshalb sei das Risiko, zu ertrinken, deutlich höher.

Im Geschlechtervergleich liegt den Zahlen zufolge der Anteil der Männer deutlich höher, nur rund 18 Prozent der Badetoten waren Frauen. Betroffen sind außerdem eher ältere Personen: In der Altersklasse ab 55 Jahren ertranken 203 Menschen, das sind 40 Prozent der Gesamtzahl. Eine besondere Risikogruppe bilden weiterhin Flüchtlinge. Im vergangenen Jahr ertranken 33 Asylsuchende, die fast alle Nichtschwimmer waren.

Die DLRG bewertete in ihrer Jahresbilanz die Schließungen von Schwimmbädern als eine der Ursachen für die hohen Zahlen. Diese Entwicklung führe dazu, dass immer weniger Menschen sicher schwimmen könnten. Laut einer Recherche der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) musste seit dem Jahr 2000 jedes zehnte Schwimmbad schließen, 2018 waren es bundesweit nur noch knapp 6.000.

Aus Sicht der DLRG ist diese Entwicklung bedenklich. Wie eine Umfrage der Gesellschaft aus dem vergangenen Jahr ergab, schafften nur noch 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen den Freischwimmer. "Wir sind auf dem besten Weg, ein Land der Nichtschwimmer zu werden", warnte DLRG-Präsident Heiko Mählmann. "Schwimmen zu lernen ist ein Grundrecht von Kindern, ebenso wie lesen und schreiben."