Wer spielte wie gegen wen?

3.782 Herzen flogen Bremen an diesem Spieltag zu, so viel wie keinem anderen Verein. Dafür bedankte sich der Werder-Oldie Claudio Pizarro in der Nachspielzeit mit seinem 195. Bundesliga-Tor in Deutschlands höchster Spielklasse, es war der Ausgleich in Berlin. Pizarro ist mit 40 Jahren und 136 Tagen nun der älteste Torschütze in der Bundesligageschichte.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Stuttgart gegen Leipzig. Die Ansprüche waren schon mal höher in Stuttgart. Der VfB verlor nicht mehr 0:3, wie vorige Woche, sondern nur noch 1:3. Allein dieser kleine statistische Auftrieb verursachte bei Trainer, Vorstand und einigen Spielern großen Optimismus. Gegen RB trafen die Stuttgarter auf einige alte Bekannte, denn dort arbeiten einige ehemalige VfB-Leute, nicht zuletzt der Cheftrainer Ralf Rangnick. Der Außenseiter machte sich gar nicht schlecht, hielt den Tabellenvierten aus Leipzig lange in Schach. Doch das Toreschießen fällt den Schwaben nach wie vor sehr schwer, da musste schon ein fraglicher Elfmeterpfiff helfen (den Leipzigern wiederum beim 1:2 eine fragliche Freistoßentscheidung). Stuttgarter Fazit: Nicht schlecht gespielt, aber das siebte Mal in Serie nicht gewonnen – bei 20 Gegentoren.

Es ist noch nicht lange her, da hießen der Sportvorstand Michael Reschke, von seriösesten Zeitungen einst als "Mastermind" und "Kaderplaner" geadelt, und der Trainer Tayfun Korkut. Inzwischen sind beide entlassen, an ihre Stelle sind Thomas Hitzlsperger und Markus Weinzierl getreten. Und der muss sich nach der elften Niederlage im 15. Versuch umsehen, dass ihn der anhaltende Misserfolg nicht auch erwischt. Hoffnung auf den Klassenerhalt spendete immerhin die schwache Konkurrenz. Augsburg verlor auch, und Hannover 96 präsentierte sich in Hoffenheim bestenfalls zweitligatauglich.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Schalke gegen Freiburg. Der Fußball von Schalke 04 bleibt öd und trostlos bis zur Besinnungslosigkeit. Diesmal quälten die Königsblauen die Fans mit einer torlosen Nummer gegen Freiburg, verdienten sich immerhin gute Kopfnoten, weil sie nach einer Roten Karte gegen Suat Serdar länger als eine Halbzeit lang das Unentschieden erackerten. 23 Punkte aus 22 Spielen holte die Tedesco-Elf bislang, damit wäre sie normalerweise in Abstiegsgefahr. Nicht in dieser Saison. Dieser eine Punkt bedeutet, dass sich der FC Schalke von der gefährdeten Zone entfernt.

Am Mittwoch empfängt S04 in der Champions League Manchester City. Erwartet wird nichts weniger als ein Gemetzel. Doch wer weiß ... die Startruppe von Pep Guardiola tat sich in einem Pokalspiel am Samstag sehr schwer gegen einen Viertligisten. Vielleicht ein gutes Omen für Schalke.

Wer stand im Blickpunkt?

Die Hand des Fußballers. Die Regel, wann Hand- oder Armspiel mit Freistoß oder Elfmeter geahndet wird, war schon immer schwierig. Nur Absicht ist strafbar, heißt es im Regelwerk, die freilich oft nicht leicht zu erkennen ist. Durch den Videobeweis ist zusätzliches Verwirrungspotenzial entstanden. In der Zeitlupe, der vierten Wiederholung oder gar im Standbild sieht manches zufällige Handspiel schon eher nach Absicht aus, gerade wenn der Arm des Spielers vom Körper gespreizt ist. Bilder können lügen. Am Wochenende kam es in Wolfsburg, Schalke und Stuttgart zu viel diskutierten Pfiffen. Wenn fünf Experten zu Wort kamen, hörte man sechs Meinungen. "Ich habe schon keine Meinung mehr dazu", sagte der VfB-Trainer Weinzierl. "Ich glaube, jeder Schiedsrichter sieht es anders, jeder Experte interpretiert es anders."

Generell scheint Hand seit einigen Jahren öfter bestraft zu werden. Offenbar will die Fifa, dass mehr Tore fallen. Das ist nicht gut, weil mehr Tore zwar mehr Vermarktung bedeuten, aber eben auch, dass die Chancen der Außenseiter sinken. Je mehr Tore, desto eher gewinnt der Favorit.

Absicht oder nicht?