Wer spielt wann gegen wen?

Für die Lieblinge der ZON-Leser (Freiburg, Dortmund, Gladbach) wird dieser Spieltag ein Selbstläufer. Für das Spiel der Freiburger gegen Wolfsburg prophezeien wir mal einen neuen Herzchenrekord.


Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hannover gegen Nürnberg, der Letzte gegen den Vorletzten. Die schlechteste Heimmannschaft gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft. Es wird ein Fest, El Kackico, schon jetzt ein Trend auf Twitter. Sie sollten auf jeden Fall noch einmal hinschauen, so schnell werden die beiden Vereine in der Bundesliga wohl nicht mehr gegeneinander spielen. Elf beziehungsweise zwölf Punkte haben beide, mit Erstligareife hat das nicht viel zu tun. Es ist nicht zu gewagt zu behaupten, dass es wohl beide am Ende der Saison erwischen wird. Denn ein untrügliches Zeichen für den drohenden Abstieg ist: Man spielt wie ein Absteiger. Hannover hat seit neun Spielen nicht gewonnen, der neue Trainer Thomas Doll fügte sich mit einer 0:3-Heimniederlage gut ein, als wäre er schon Monate dabei. Nürnberg ist gar seit 14 Ligaspielen sieglos. Unter der Woche verlor der Club im Pokal beim Zweitligisten HSV, war dort regelrecht chancenlos. Das brachte auch nicht gerade Selbstvertrauen. Gut für Hannover, dass es bereits ausgeschieden war. Wer verliert, darf sich schon mal mit den Anfahrtswegen nach Regensburg und Aue beschäftigen. Wer gewinnt, wahrscheinlich auch.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das Heimspiel von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt. Im Pokal am Mittwoch gegen den VfL Wolfsburg kamen nur 21.135 Menschen. Schon vor dem Spiel zeigte sich Ralf Rangnick verwundert, dass sein Team kein Zuschauermagnet sei. Das sorgte im Fußballland für Heiterkeit. Also ehrlich, Leipzig gegen Wolfsburg, ein Kracher voller Emotionen, eine Glaubensfrage, die Familien spaltet und Kollegen einander heimlich in den Kaffee spucken lässt. Eine Partie mit vielen irren Geschichten, die ganz, ganz weit zurück in die Fußballhistorie reichen. Wer kann sich das nur entgehen lassen ...? Dennoch ist das mangelnde Zuschauerinteresse schon bemerkenswert, ist doch ein Argument der RB-Befürworter stets, dass die ganze Region nach Spitzenfußball lechze. Außer halt an einem kühlen Pokalmittwoch. Oder an einem Europapokaldonnerstag. Zu allem Überfluss hat RB auch noch Ärger mit den treuen Fans, die sonst immer kommen. Weil RB den dritten Fanbetreuer innerhalb von zwei Jahren verschlissen hat, wandten sich die Fans in einem Brief an die Öffentlichkeit. Darin: "RB Leipzig – wir fühlen uns als Fans von Dir schon lange nicht mehr richtig ernst genommen und respektiert. In den anderen Stadien dieses Landes sind wir das gewohnt. Im eigenen Stadion werden wir uns jedoch ganz sicher nicht zu den meinungslosen und stromlinienförmigen Konsumenten machen lassen, als die uns andere Fanszenen verrufen." Nun ja.

Wer steht im Blickpunkt?

Die BVB-Fans. Theoretisch könnten sie zum entscheidenden Faktor im Titelrennen werden. Am Samstag nämlich spielt Borussia Dortmund gegen Hoffenheim und es ist bekannt, dass die BVB-Fans und der Hoffenheim-Macher Dietmar Hopp nicht zusammen golfen gehen. Seit zehn Jahren spekulieren sie lautstark über den Beruf von Hopps Mutter oder zeigen den Milliardär im Fadenkreuz. Unkreativ bis geschmacklos, anstatt solchen Blödsinn aber zu ignorieren, drückte Hopp Stadionverbote durch, was die Dortmunder komischerweise auch nicht als Einladung zum Golfen verstanden. Nun äußerte sich noch jemand, der das Handbuch Krisendeeskalation wohl nicht auf dem Schreibtisch liegen hat. "Ich kann nicht ausschließen, dass wir, wenn alle anderen Mittel nicht den gewünschten Effekt erzielen, auch über einen Punktabzug nachdenken", sagte der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, den Ruhrnachrichten. In ein paar Jahren wird dann also die Mannschaft Meister, die die artigsten und wohlerzogensten Fans haben. Abzüge gibt es für Stinkefinger und zu laute Gesänge. Bonuspunkte dagegen sogar, wenn aus der Kurve mit Wattebäuschen geworfen wird. Da freuen wir uns drauf.