Wer spielte wie gegen wen?

Der BVB liegt in der Tabelle und in unserer Herzchenwertung vorn. Erfolgsfans nennt man Leute wie Sie.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Leverkusen. Tempo, Freunde, Tempo. Es war ein Pressing- und Gegenpressingfestival. Für die nicht so Taktikaffinen: das Duell der Wegelagerer. Ständig lauerte der eine dem anderen auf. Bayer kam mit vier Siegen am Stück nach Dortmund, der BVB hatte zuletzt nur drei Unentschieden in Serie und jetzt auch noch die punktgleichen Bayern im Nacken. Zunächst überließ er Leverkusen das Spiel, er war offenbar misstrauisch gegenüber den eigenen Verteidigungskünsten. Dann aber nahm er Gastgeschenke von Bayer an: Der Hüne Jonathan Tah verlor den noch hünenhafteren Dan Axel Zagadou bei einem Eckball aus den Augen, obwohl das bei dieser Körpergröße und der Schulterbreite kaum möglich schien. Zagadou traf. Danach verschätzte sich Tin Jedvaj bei einer Flanke, wofür wir ihm aber sehr dankbar sind. Er ermöglichte damit den schönen Volley von Jadon Sancho. Beim dritten Tor von Mario Götze wurde der Ball vorher zweimal abgefälscht. Der alte und neue Tabellenführer BVB ließ sich auch nicht mehr vom 2:3 aus dem Tritt bringen.

Leverkusens Trainer Peter Bosz kann in Dortmund eben nicht gewinnen. Die Situation kennt er ja als Borussentrainer.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Die der Abstiegskandidaten. Die spielen so wie Bernd Stelter Karnevalsgags macht. Nürnberg kämpfte wegen eines Griffs in den Intimbereich und der Strafe dafür ab der vierten Minute in Unterzahl beim Mitaufsteiger Düsseldorf heroisch weiter, wehrte 47 Bälle ab, was beinahe auch wie eine Sexualpraktik klingt. Der Club ging unter dem neuem Trainer Boris Schommers sogar mit einem schönen Treffer in Führung. Doch der Franke hegt Misstrauen, ja offen zur Schau gestellte Opposition gegenüber Dingen, die er nicht kennt. Zum Beispiel einer Führung in der Bundesliga. Ein Eigentor und ein schlecht verteidigter Freistoß später stand es 2:1 für die Fortuna. 

Hannover hatte gegen Frankfurtić nie eine Chance (0:3), den Titel zur Lunge des Monats ist an Filip Kostić für das 3:0 kurz vor Ende zu verleihen. Der FC Augsburg ist in Freiburg mit 1:5 noch glimpflich davongekommen, es hätten auch sieben oder acht Tore werden können. Und einen seltenen Stuttgarter Sieg verhinderte Mario Gómez, indem er beste Chancen vergab. Der Torhüter Ron-Robert Zieler sicherte am Ende zumindest noch einen Punkt.

Was für den Zweitligisten VfL Bochum gilt ("Bochumfan zu sein ist wie jede Woche von der Frau verlassen zu werden"), verliert auch in Nürnberg, Hannover, Augsburg oder Stuttgart nicht seine Gültigkeit. Sie verlieren alle beinahe jede Woche. Erste Bilder des weiteren Saisonverlaufs:

Wer stand im Blickpunkt?

Christian Heidel. Er kündigte für das Saisonende seinen Rücktritt an. Die "Schalker Vermainzelung" hat ein Ende, schreibt die Bild. 2016 trat er, wie alle Schalke-Manager nach Rudi Assauer, an, um den Club zu beruhigen. Die Aufgabe ist in etwa so, als würde man mit einem Reagenzglas Wasser auf einen Vulkan steigen. Bei Schalke reden alle mit, die Erwartungen sind immens. Doch Heidel gelang es zunächst, er nahm seinen ersten Trainer Markus Weinzierl in Schutz, indem er bei fast allen Presseterminen dazukam und die Strategie geduldig erklärte. Schalke wurde am Ende der Saison Zehnter, stieg gemessen am Schalker Anspruch ab, und Weinzierl musste gehen.

Es kam Domenico Tedesco, der sich in der vergangenen Saison zum Vizetitel mauerte. Manche erkannten in seinem Fußball, im fußballerischen Neusprech formuliert, sogar einen Matchplan. Derzeit jedoch ist Schalke Vierzehnter, spielt grässlichen Fußball und ist, wenn es ganz blöd kommt, bald in den Abstiegskampf involviert. Die Abgänge der Schalker Jungs Leroy Sané, Leon Goretzka, Thilo Kehrer und Max Meyer fallen in die Heidel-Epoche. Heidel löste seinen Vertrag auf, verzichtete sogar auf eine Abfindung. Ein seltener Anflug von Profifußball-Altruismus. Und auch wenn die Schalke-Fans nicht so wirken, als würden sie ihrem Manager eine Träne nachweinen, singen sie vielleicht bald einen Klassiker neu: