Wer spielt wann gegen wen?

Falls es am Abend das letzte Spiel für VfB-Trainer Markus Weinzierl wird, schenken Sie ihm doch wenigstens ein Herz. Vielleicht hilft es ja.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hannover gegen Frankfurt. Wegen der Eintracht. Jović, Haller, Rebić – das hessische Triumvirat regiert auch international. Dank seiner Tore gewannen die Hessen 4:1 gegen die keineswegs schwachen Ukrainer von Schachtar Donezk, gegen die Hoffenheim in der Champions League den Kürzeren gezogen hatte. Die deutschen Teams, mit Ausnahme (und minimalsten Abstrichen) die Bayern, kriegen im Europapokal wieder mal nicht viel hin. Leverkusen und Leipzig sind raus, Schalke und Dortmund so gut wie. Nur die Eintracht braust durch Europa, trifft als nächstes auf Inter Mailand und macht diesen Wettbewerb nicht nur für ihre Fans zur Dauerfete, auch wenn durch den bizarren Polizeieinsatz vor dem Spiel am Donnerstag die Euphorie etwas trüber wurde.

Doch weil die Stimmung gerade danach ist – ein bisschen Eintrachtnostalgie: Es ist der erste Frankfurter Achtelfinaleinzug seit der Saison 1994/95. Damals trugen Anthony Yeboah, Rudi Bommer und Maurizio Gaudino noch das rot-schwarze oder damals oft gelbe Trikot. Ab und an auch Thomas Doll, auf den die Eintracht an diesem Wochenende in Hannover trifft.

Im Achtelfinale des Uefa-Cups schlug Frankfurt mit Manni Binz, Uwe Bindewald, Andy Köpke und Ralf Weber den SSC Neapel mit dem jungen Fabio Cannavaro, dem späteren Weltfußballer und -meister. Das einzige Tor im Rückspiel schoss der Frankfurter Bub Ralf Falkenmayer.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Leipzig gegen Hoffenheim, das nächste Montagsspiel. Die Clubs und die DFL wollten den unbeliebten Termin ja auch deswegen, damit die Europapokalstarter regenerieren können. Ein ehrenwertes Vorhaben, doch Hoffenheim und Leipzig regenerieren schon seit Dezember. Ohnehin ist klar, dass Ralf Rangnick auch im letzten Spiel gegen seinen baldigen Angestellten Julian Nagelsmann gewinnen wird. Zweimal gab es die Partie diese Saison schon, im Pokal und in der Liga, zweimal gewann Rangnick. Dabei hat Hoffenheim den Angriff auf den Europapokal ausgerufen, das Spiel gegen Leipzig und kommende Woche gegen Frankfurt ist richtungsweisend, damit Hoffenheim dann nächstes Jahr wieder montags, ach, Sie wissen schon.

Die TSG-Ultras mit dem schönen Namen "Crescendo Hohenlohe" werden das Spiel boykottieren, eine weitere Gruppe wird nicht geschlossen antreten. Schade, führte das vergangene Duell der beiden Clubs, in kritischen Fankreisen ist es der "Plastico", doch zu schönen Plakaten wie "Den Fußball zerstört nur einer, Hoffe und sonst keiner" oder "Geld regiert die Welt". Eine feine Ironie, die einigen Fans anderer Clubs abzugehen scheint. Am Donnerstag wurden drei Köln-Fans in Sinsheim wegen Beleidigung verurteilt. Sie hatten beim Auswärtsspiel des Effzeh den TSG-Mäzen Dietmar Hopp "Sohn einer Hure" genannt. Das sei leidiglich eine Kritik an dem Konstrukt, wehrte sich einer der Beschuldigten. Die Richterin glaubte das nicht. Vielleicht gibt es bald für sie auch ein Plakat der TSG-Fans: Lassen Sie in den Kommentaren ihrer Kreativität für ein mögliches Spruchband freien Lauf.

Wer steht im Blickpunkt?

Marco Reus, Dortmunds Hoffnung. Er fehlt ihnen sehr. Denn an diesem Sonntag könnte der BVB, den 1:0-Triumph der Bayern über Hertha einen Tag zuvor vorausgesetzt, seinen letzten Rest an Vorsprung verspielen. Am Montag kickte sich die Borussia ein 0:0 gegen Nürnberg zurecht, konnte keine ihrer Chancen verwerten. Und Dortmunds Kapitän kehrt nach seinem Muskelfaserriss noch immer nicht zurück. Der Gegner heißt Bayer Leverkusen, der ist eigentlich gut drauf, ist die beste Mannschaft der Rückrunde. Gegen die schnellen Russen von FK Krasnodar jedoch schied Bayer 04 in der Europa League diese Woche aus. Es war ein abwechslungsreiches, rasantes Spiel, bei dem Leverkusen einige Chancen erspielte, aber hinten auch offen wie ein Scheunentor war. Peter-Bosz-Fußball halt, der seine alte Wirkungsstätte Dortmund besucht, wo er vor gut einem Jahr so spektakulär scheiterte.