Die Fifa hat den englischen Fußballverein FC Chelsea mit einer Transfersperre belegt. Für die nächsten zwei Wechselperioden darf Chelsea keine neuen Spieler verpflichten, wie die Fifa mitteilte. Die Sperre dauert demnach bis zum Sommer 2020. Chelsea habe in 29 Fällen gegen die Regeln zur Verpflichtung Minderjähriger verstoßen, hieß es zur Begründung. Zudem habe Chelsea weitere Verstöße bei der Registrierung von Spielern begangen. Während der Transfersperre ist es Chelsea erlaubt, eigene Spieler zu verkaufen. Die Frauen- und die Futsalabteilung des Vereins sind von der Sperre ausgenommen.

Zusätzlich wurde Chelsea mit einer Geldstrafe in Höhe von 600.000 Schweizer Franken belegt. Der Verein hat 90 Tage Zeit, um die Situation der fraglichen minderjährigen Spieler zu legalisieren.

Chelsea kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen. "Der FC Chelsea weist die Ergebnisse der Fifa-Disziplinarkommission kategorisch zurück und wird deshalb gegen die Entscheidung Einspruch einlegen", teilte der Verein mit. Ursprünglich habe die Fifa Vorwürfe im Zusammenhang von 92 Spielern erhoben, sie aber in 63 Fällen fallen gelassen. Der Verein sei "extrem enttäuscht", dass die Fifa Chelseas Vorlegungen zu den verbleibenden 29 Spielern nicht akzeptiert habe, hieß es. Man habe während der Ermittlungen vollumfänglich mit der Fifa kooperiert.

Die Fifa bestrafte auch den englischen Fußballverband The Football Association (FA). Auch dieser habe Regeln im Zusammenhang mit Minderjährigen gebrochen. Der Verband muss 510.000 Schweizer Franken bezahlen und zudem innerhalb von sechs Monaten die Situation bezüglich des Transfers minderjähriger Spieler im Fußball klarstellen. Wie Chelsea kündigte die FA an, die Strafe anzufechten. "Wir werden weiter konstruktiv mit der Fifa und mit Chelsea zusammenarbeiten, um die Probleme anzugehen, die durch diesen Fall aufgeworfen werden", teilte die FA auf Twitter mit.

In der Vergangenheit hatte die Fifa Transfersperren gegen internationale Spitzenclubs wie den FC Barcelona, Real und Atlético Madrid verhängt. Auch in diesen Fällen ging es um die Verpflichtung minderjähriger Spieler. In früheren Fällen haben Vereine oft Einspruch gegen die Sperre eingelegt, um deren Inkrafttreten zu verzögern und in dieser Zeit neue Spieler zu verpflichten.