Der Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG hat mit sofortiger Wirkung Michael Reschke als Sportvorstand abberufen und so auf die sportliche Krise des Vereins reagiert. Wie der Tabellen-16. am Dienstag mitteilte, wird der frühere VfB-Profi Thomas Hitzlsperger sein Nachfolger. Hitzlsperger war bislang Direktor des Nachwuchsleistungszentrums und Präsidiumsmitglied beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten und freut sich "sehr auf diese großartige Aufgabe".

Der Aufsichtsrat begründete die Abberufung Reschkes damit, dass seine "Arbeit bislang nicht den gewünschten sportlichen Erfolg gebracht" habe und der Klassenerhalt in der Bundesliga "in erheblicher Gefahr" sei. Der Aufsichtsrat sei, schrieb sein Vorsitzender Wolfgang Dietrich, nicht mehr überzeugt davon, dass in der bestehenden Konstellation die notwendigen Kurskorrekturen vorgenommen werden könnten.

Michael Reschke war vor rund 18 Monaten mit dem Ruf eines hervorragenden Kaderplaners und Experten für den internationalen Spielermarkt vom FC Bayern zum VfB Stuttgart gekommen. Seine Transfers haben beim VfB Stuttgart aber nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. "Aufgrund der negativen sportlichen Entwicklung in den letzten Monaten habe ich Verständnis für die Entscheidung des Aufsichtsrates, auch wenn ich sehr gerne für den VfB Stuttgart weitergearbeitet hätte", sagte Reschke. "Ich glaube weiterhin an das Potenzial der Mannschaft. Fakt ist aber auch, dass die Summe meiner Entscheidungen aktuell nicht zum gewünschten und erwarteten Ergebnis geführt hat."

Mit Thomas Hitzlsperger an der Spitze erhoffe sich der Verein nun einen Fachmann, der nicht nur Sportkompetenz und die Nähe zum aktiven Profifußball mitbringe, sondern auch die notwendige Führungsqualität. "Beides hat er in den vergangenen Jahren in verschiedenen Funktionen beim VfB Stuttgart bewiesen. Ich freue mich sehr darüber, dass er sofort die Bereitschaft gezeigt hat, die Verantwortung als Sportvorstand zu übernehmen", sagte Wolfgang Dietrich.

Nach dem 0:3 bei Fortuna Düsseldorf am Sonntag hatte es zunächst Gerüchte über eine Trennung von Trainer Markus Weinzierl gegeben. Der 44-Jährige bleibt aber vorerst im Amt. Reschke hatte ihm am Dienstag eine Jobgarantie bis zum nächsten Spiel am Samstag gegen RB Leipzig ausgesprochen.