Wer spielte wie gegen wen?

Die meisten Herzchen staubten diesmal, sicher aus Mitleid, die Gladbacher ab, die gegen die Bayern untergingen. Der VfL Wolfsburg muss sich mal wieder am ungeliebtesten fühlen.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Frankfurt gegen Hoffenheim, viel aufregender wird Bundesliga-Fußball nicht. Ein andauerndes Rauf und Runter, Hin und Her, Bembel voll, Bembel leer. Erst führte Frankfurt 1:0, dann Hoffenheim 2:1, ehe die Eintracht in der 89. und 96. Minute traf und 3:2 gewann. Da wackelte das Waldstadion. Es ist eigentlich kaum auszuhalten, weil alle Eintracht-Fans ohnehin schon seit Monaten mit einem Dauergrinsen durch die Gegend laufen. Ihre Elf spielt tollen Fußball, die Ultras schnippeln eine großartige Choreografie nach der anderen zurecht, und der Vereinspräsident Peter Fischer zeigt immer wieder, dass er einen Arsch in der Hose hat.

Nachdem er sich in der Vergangenheit schon mit der AfD angelegt hatte, war nun Hessens Innenminister Peter Beuth dran. Beuth verantwortete einen nach Aussagen vieler Beobachter unverhältnismäßigen Polizeieinsatz vor dem Europa-League-Spiel gegen Donezk, bei dem ein Banner der Fans sichergestellt und ein Fan übel verletzt wurde. Der Einsatz war sogar Thema im Landtag. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinschefs, die gerne mal gegen ihre eigenen Ultras schießen, zumindest öffentlich, stellte sich Fischer hinter seine Fans. Am Wochenende war dann auch nicht nur ein Banner zu sehen, sondern 54, verteilt im ganzen Stadion, sogar auf den VIP-Plätzen. Auf allen wurde Peter Beuth mehr oder weniger kreativ beschimpft: Von der "Ausbeuthung des Rechtsstaates" war zu lesen und vom "Stadionverbot für Witzbeuthel". Auch dabei war der Ärzte-Klassiker: "Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe!" Keine Ursache für den Ohrwurm.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Nürnberg gegen Leipzig, ein übles Bundesliga-Spiel. Der Tabellenletzte aus Nürnberg kann einem ja schon ein wenig leidtun. Am fehlenden Willen liegt es nicht, dass er schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gewonnen hat. Aber es reicht halt einfach nicht. Wie ein Halbstarker beim Armdrücken versucht der Club es immer wieder, immer wieder vergeblich. Zu allem Überfluss verschoss Hanno Behrens beim Stand von 0:0 einen Elfmeter. Den Leipzigern reichte ein Tor nach einer Ecke. Viel Inspirierenderes als die Nürnberger hatten aber auch sie nicht zu bieten. Für die Franken geht es wohl bis zum Saisonende nur noch darum, das Duell um den vorletzten Platz gegen die deutlich desolateren Hannoveraner zu gewinnen. Wir drücken die Daumen.

Wer stand im Blickpunkt?

Der Videowürfel in der Schalker Arena. Erst stand 0:1 darauf, dann 0:2, dann 0:3, und viele Fans von Schalke 04 ahnten, was kommen musste: 0:4, dieses so schlimme Ergebnis, weil es nicht nur klar und deutlich ist, sondern weil es auch stets so viel Anlass für Spott und Häme gibt, weil der Verein nun mal so heißt, wie er heißt. Hätten die damals den Club nicht einfach ein paar Jahre früher gründen können? 0:4 jedenfalls gegen den Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, viel peinlicher geht es dann wirklich nicht, zumal die Partie zuvor als eine Art Endspiel für den Trainer Domenico Tedesco ausgerufen wurde. Zu sehen war eine verunsicherte, einfach schlechte Mannschaft, bei der man sich fragt, welchen Sport genau sie auszuüben versuchte. Fußball jedenfalls war es nicht. Am Dienstag soll nun über Tedescos Zukunft entschieden werden. Nach dem Spiel schritt er mutig in die wütende Kurve und wollte sich bei den Fans für die Leistung seiner Mannschaft entschuldigen. Das klappte nur mäßig in Anbetracht der Mittelfinger und halb vollen Biere, die in seine Richtung zielten. Der Volkszorn war so groß, dass gar zwei Ultras in den Innenraum gelassen wurden, die dem Schalke-Kapitän Benjamin Stambouli die Kapitänsbinde entzogen. "Wir sind kleine Spieler, der Verein ist groß", sagte der Skalpierte hinterher. Immer maximales Drama, drunter machen sie es nicht in Gelsenkirchen.