Trotz erheblicher Proteste und gegen die Stimmen der sieben europäischen Vertreter um DFB-Chef Reinhard Grindel hat das Fifa-Council eine vergrößerte Club-WM für 2021 beschlossen. An der Weltmeisterschaft sollen 24 statt bislang sieben Teams teilnehmen.

"Das ist ein Meilenstein für die Fifa und ein Meilenstein für den weltweiten Clubfußball", sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino. Die Club-WM soll vom 17. Juni bis 4. Juli 2021 stattfinden und den bislang als WM-Test stattfindenden Confederations Cup ersetzen. Europa bekam acht Starter zugesprochen – doch ob die Topteams wie Real Madrid oder Manchester City dabei sein werden, ist nicht klar. 

"Wir haben die Interessen der Spieler und Clubs vertreten, um eine zu große Belastung zu vermeiden. Es wäre besser, vor einer Club-WM den internationalen Terminkalender anzupassen", sagte Grindel. "Wir hoffen, dass alle großen Teams teilnehmen. Wir hatten positive und konstruktive Diskussionen und setzen diese fort. Aber es war unsere Verantwortung, heute eine Entscheidung zu treffen", sagte Infantino.

Ursprünglich wollte die Fifa sogar zwölf europäische Teams dabei haben. Nach Protesten der Uefa, die die Club-WM als Konkurrenz zur Champions League sieht, sind nun acht Vertreter geplant. Im Streit um Geld und den Einfluss auf die internationalen Wettbewerbe hatte sich zuvor die Europäische Club-Vereinigung ECA gegen die Pläne von Infantino gestellt. Den Verbänden und Vereinen stehen noch harte Verhandlungen bevor.

Die Fifa hält zudem an ihren Plänen für eine Ausweitung der WM 2022 auf 48 Teilnehmer fest. Konkrete Fortschritte wurden bei dem Treffen aber offenbar nicht gemacht. "Wir haben dem Council die Machbarkeitsstudie vorgelegt, in der wir zu dem Schluss kommen: Ja, es ist möglich, die WM 2022 von 32 auf 48 Teams auszuweiten – vorausgesetzt, dass einige Bedingungen erfüllt werden, sagte Infantino. Fraglich bleibt angesichts der diplomatischen Krise in der Golfregion allerdings, welchen dringend benötigten Co-Gastgeber es überhaupt geben kann. "Mein Eindruck ist, dass die politische Lage es völlig offen lässt, ob es zu einer Erweiterung der WM in Katar kommt", sagte DFB-Präsident Grindel. Keine Rede ist mehr von der Global Nations League als einem weiteren Bestandteil des von Infantino propagierten 25-Milliarden-Dollar-Investments durch namentlich nicht genannte Geldgeber.