Wer spielt wann gegen wen?

Topspiel in der Liga: Nun sag, wie hast du's mit der Religion?

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayern gegen Dortmund. Was hat die DFL nicht schon alles zum Samstagabend-Topspiel erklärt in dieser Saison: Schalke gegen Nürnberg, Hoffenheim gegen Stuttgart, Hertha gegen Leipzig. Entweder also die Topspielplaner haben keine Ahnung oder sie trollen ihr eigenes Produkt. An diesem Samstagabend aber ist alles anders. Bayern gegen Dortmund, endlich ein Spiel, das auch in Grönland die Menschen hinterm Ofen vorlockt. Es wird in 205 Länder übertragen, 25 Kameras sind dabei, darunter eine Drohne. Die werden zwar allem Anschein nach wieder eine hanebüchen verteidigende Bayern-Abwehr einfangen, und einen BVB, der auch schon mal inspirierenden Fußball spielte, aber immerhin ist es spannend. Zum ersten Mal seit Jahren kann im April niemand sagen, wer deutscher Meister wird. Ob der Titelkampf in diesem Spiel entschieden wird, ist allerdings eher fraglich. Beide Teams werden in der derzeitigen Verfassung noch den ein oder anderen Punkt liegen lassen. Warum also so ein Tohuwabohu um dieses Spiel machen, sagte sich auch Jérôme Boateng, der am Abend des Spiels eine große Party im P1 schmeißt. Auf der Gästeliste sollen unter anderem Usain Bolt, Lena Meyer-Landrut und Capital Bra stehen. Ein Termin, der nicht allen gefällt (Kovač: "Ich hätte diese Party nicht angesetzt"). Wir aber können Boateng gut verstehen. So kann er wenigstens im P1 mit gutem Stellungsspiel glänzen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Gladbach gegen Bremen. Zwar wird das Spiel eine Vorentscheidung bringen, wer von beiden sich am Ende für die Europa League qualifiziert. Doch Gladbachs Trainer Dieter Hecking würde die Fahrten nach Alavés oder zum FC Viitorul Constanța nicht mehr miterleben. Gladbach wird sich am Ende der Saison von ihm trennen, trotz des erst vor Kurzem verlängerten Vertrages. Manager Max Eberl will den Verein neu aufstellen. Als er mit Hecking diese Woche zurückblickte, fiel der Satz "Dieter hat uns wieder Vertrauen gegeben", der auch auf der Couch eines Paartherapeuten hätte fallen können. Hecking kam im Dezember 2016 und führte Gladbach zweimal auf Platz neun. Das ist nichts Ganzes und mit viel Wohlwollen was Halbes, reichte dem eigentlich anspruchsvollen Gladbacher Publikum aber erstaunlicherweise aus. Diese Saison spielte Gladbach eine glänzende Vorrunde und schlug die Bayern, sodass manche sogar von einem Titelanwärter sprachen. Das war voreilig. Hecking spricht von einer "Riesenenttäuschung". Zuletzt gab es nur einen Sieg aus sieben Spielen. Als Nachfolger gilt Marco Rose aus Salzburg, und Hecking kann sich weiterhin "perspektivisch" den Job des Bundestrainers vorstellen.

Wer steht im Blickpunkt?

Moise Kean. Der Italiener traf am Dienstagabend beim 2:0-Sieg von Juventus Turin gegen Cagliari. Nun ist Kean nicht irgendwer: Der 19-Jährige war der erste nach 2000 geborene Spieler in der Serie A und in der Champions League. Er ist Italiens größtes Stürmertalent, traf in der Nationalmannschaft schon gegen Finnland und Liechtenstein. Und doch kommen einige nicht darauf klar, dass Kean schwarz ist und die italienische Staatsbürgerschaft und die der Elfenbeinküste besitzt. Die Cagliari-Fans beleidigten Kean während des Spiels, buhten bei seinem Tor, auch Affengeräusche waren zu hören. Kean jubelte stumm vor ihnen.

Juves Trainer Massimilano Allegri bewies mit seinem Satz ("Im Stadion gibt es auch normale Fans") wenig bis gar kein Fingerspitzengefühl. Sein Teamkollege, Leonardo Bonucci, ließ sich gar zur Aussage hinreißen, die Schuld liege zur Hälfte bei den Cagliari-Fans und zur Hälfte bei Kean, weil er so provozierend gejubelt habe. Ähnlich äußerte sich der Cagliari-Präsident. Das nennt man Täter-Opfer-Umkehr. Zum Glück erhielt Kean Unterstützung, schon während des Spiels deutete sein Teamkollege Blaise Matuidi einen Abbruch des Spiels an. Englands Raheem Sterling, der selbst vergangene Woche in Montenegro rassistisch beleidigt wurde, schrieb Bonucci, dass man über ihn nur lachen könne. Und Juve-Legende Lilian Thuram sagte: "Was Bonucci macht, ist nicht besser als die Affengeräusche." Wenigstens einige haben verstanden, worum es geht. Diese europaweite Solidarität ist bemerkenswert.