Wer spielte wie gegen wen?

Die meisten Herzchen machten Sie für den BVB locker, Hannover 96 dagegen muss nicht nur den ziemlich sicheren Abstieg verkraften, sondern auch Ihre Gefühlskälte.


Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Bremen gegen Freiburg. Zumindest, wenn Sie ihre Herzchen beim SV Werder setzen (Trainer des Jahres! Nebelhorn im Stadion! Möwe Werdi!). Nachdem es lange 0:0 gestanden hatte, wurde Claudio Pizarro eingewechselt und die Freiburger benahmen sich plötzlich höflich wie in der S-Bahn, wo man ja auch für ältere Herrschaften seinen Platz räumt. Bremen traf zweimal und siegte nach dem Anschlusstreffer in der Nachspielzeit 2:1. Noch ist 2019 ein Jahr ohne Bremer Niederlage. Das aber könnte sich ändern. Es könnte gar der letzte Bremer Sieg in dieser Saison gewesen sein.  Vor Saisonende spielt Werder zum Beispiel noch gegen die Bayern (1.), Dortmund (2.) und Leipzig (3.). Danach werden die Serie und der Traum von Werder international wohl zu Ende sein. Wenn nicht, kann Pizarro im Herbst mit 41 Jahren einen Rekord in der Europa League aufstellen: So alt war in diesem jungen Wettbewerb noch kein Feldspieler.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hoffenheim gegen Hertha. Fußballspiele sind nun einmal interessanter, wenn zwei Mannschaften mitspielen. Gästetrainer Dárdai sagte, zu hohe Erwartungen an seine Mannschaft seien "sogenannter geplanter Mord". Man könnte meinen, der Plan sei erfolgreich gewesen, so mühelos unterlief die Hertha am Sonntag jegliche spielerische Erwartung, sie verlor zum fünften Mal in Folge. Als Nadiem Amiri nach 28 Minuten zum 1:0 für Hoffenheim traf, gab er den 14. Torschuss der TSG ab, das waren 14 mehr, als die Berliner zu diesem Zeitpunkt vorgelegt hatten. Im ganzen Spiel schlossen sie keinen einzigen Angriff mit einem Schuss aufs Tor ab. Hoffenheim dagegen traf Latte, Pfosten, den Torwart und aus vermeintlicher Abseitsposition. Spannend war das Spiel trotzdem, das lag zum einen an der gewohnt miesen Chancenverwertung der TSG, zum anderen an den Minuten zwischen dem zweiten und dritten Torjubel der Gastgeber eine Viertelstunde vor Schluss. Es war zwar nur ein einziges Tor zum 2:0 gefallen, aber der Schiedsrichter Petersen wollte es nicht anerkennen und wurde erst per Funk vom Videoassistenten umgestimmt. Da sage noch einer, der VAR zerstöre die Emotionen, wo er sie doch in Wahrheit verdoppelt.

Wer stand im Blickpunkt?

Santiago Ascacíbar. In einer Krise sagen manche Trainer:  "Wir müssen unsere DNA wieder auf den Platz bringen." Das hatte Stuttgarts Argentinier Ascacíbar wohl missverstanden. Statt auf den Platz brachte er seine DNA auf den Leverkusener Kai Havertz: Er spuckte ihn an und wurde dafür vom Platz gestellt. Ein netter Gruß zum 59. Geburtstag von Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler.

Aber Ascacíbar ist keiner, der das Feld freiwillig verlässt. Nach seinem ersten Platzverweis 2018 hatte er den Ball weggeschlagen und gegen Stadioneinrichtung randaliert – Geldstrafe. Diesmal musste er rückwärts zur Außenlinie geschoben werden.Er rempelte Schiedsrichter Stieler an und versuchte auch, Kai Havertz noch einmal zu erwischen. Schließlich umschlang ihn der anderthalb Köpfe größere Ersatztorwart Jens Grahl und kuschelte ihn ins Aus. "Der hat ihm in der ersten Halbzeit schon vor die Füße gespuckt. Solche Leute braucht man nicht in der Bundesliga", sagte Kevin Volland. Das könnte sich auf sportlichem Weg erledigen: Eine Sperre bis zur Sommerpause scheint nicht unrealistisch, und ob VfB-Spieler danach noch Bundesligaspieler sind, bleibt offen.