Schalke 04 – Werder Bremen 0:2 (1:2)

Mit einem Sieg gegen den FC Schalke 04 steht Werder Bremen nun erstmals seit 2016 wieder im DFB-Pokal-Halbfinale. In einer hart umkämpften Partie gewannen die Hanseaten 2:0 (0:0) gegen die Gelsenkirchener und komplettierten damit die Runde der letzten Vier. Die Bremer Tore erzielten Milot Rashica (65. Minute) und Davy Klaasen (72.). In der Schlussminute sah der Bremer Nuri Sahin die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels. Der Revierclub hielt im dritten Pflichtspiel mit Trainer Huub Stevens lange gut mit und kann sich nun ganz auf den Bundesliga-Abstiegskampf konzentrieren.

Der fünfmalige Pokalsieger Schalke setzte in der Anfangsphase gleich Akzente und hatte etwas mehr vom Spiel. Bei Werder machte Kapitän Max Kruse Tempo. Doch viele Aktionen auf beiden Seiten verpufften im Mittelfeld. Spielfluss kam selten auf und richtig Feuer war selten in der Pokalpartie. Bremen hatte vor der Pause etwas mehr Ballbesitz und gewann mehr Zweikämpfe – doch der Vorteil brachte nichts Zählbares. Denn in der Offensive präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt lange erstaunlich schwach, die Spielgestalter hatten kaum Ideen.

Nassim Boujellab, der für den Bundesliga-14. aus Gelsenkirchen sein erstes Pflichtspiel in der Startelf bestritt, spielte zentral hinter den Spitzen Breel Embolo und Guido Burgstaller. Kurz nach der Pause hätte der 19-Jährige nach einem beherzten Solo fast die Führung für Königsblau erzielt. Die Schalker waren nun am Drücker, das Tor lag in der Luft, Burgstaller traf aus vier Metern nur den Pfosten (52.). Doch es kam anders: Rashica brachte den sechsmaligen Pokalsieger dann mit einem sehenswerten Kracher von der Strafraumgrenze in Führung; beim 2:0 spitzelte Klaassen den Ball gekonnt an Nübel vorbei. Nuri Sahin wird seiner Mannschaft im Halbfinale fehlen: Nach einer ungeschickten Zweikampf-Aktion sah er wegen wiederholten Foulspiels in der Schlussminute Gelb-Rot.

FC Bayern München – 1. FC Heidenheim 5:4 (1:2)

In einem torreichen Spiel ist der FC Bayern München gegen den 1. FC Heidenheim ins Halbfinale des DFB Pokals eingezogen. In Unterzahl gewann das Team von Trainer Niko Kovač am Mittwochabend nach einem 1:2-Rückstand noch 5:4 gegen den Zweitligisten. Torjäger Robert Lewandowski schoss den Favoriten in der 84. Minute per Handelfmeter ins Semifinale.

Leon Goretzka hatte die Bayern in der 12. Minute in Führung gebracht; kurz darauf sah Niklas Süle wegen einer Notbremse Rot. Robert Glatzel (26.) und Marc Schnatterer (39.) schossen die überraschende Pausenführung für die Gäste heraus. Thomas Müller (53.), Lewandowski (56.) und Serge Gnabry (65.) sorgten danach für die 4:2-Führung der Bayern, bevor Dreifach-Torschütze Glatzel (74. und 77./Foulelfmeter) noch einmal ausglich. Erst der eingewechselte Pole Lewandowski verwandelte in der 84. Spielminute einen Handelfmeter zum Sieg für die Bayern.

Nur in den ersten Minuten dieses Pokalfilms lief für die Bayern alles gut. Nach einem Eckball von Joshua Kimmich köpfte Goretzka das 1:0. Doch nach einem Fehlpass von Thiago sah Nationalspieler Niklas Süle Rot, als er in den Heidenheimer Robert Andrich rauschte und ihm damit eine Großchance raubte. Schiedsrichter Guido Winkmann zückte nach Videobeweis Rot. Süles Position im Abwehrzentrum übernahm Jérôme Boateng. Heidenheim erkannte die Gunst der Überzahl: Schnatterers präzise Flanke köpfte Glatzel freistehend ins Tor. Anschließend konterten die Gäste die unsortierten Münchner aus. Sebastian Griesbeck passte den Ball auf Schnatterer. Aus halbrechter Position überwand er Bayern-Torwart Sven Ulreich.

In der Pause brachte Bayerntrainer Kovač den zunächst geschonten Lewandowski und Kingsley Coman. Vor allem der Einsatz des leicht erkrankten Lewandowski war ein Gewinn. Die Kopfballvorlage des Polen verlängte Müller aus der Drehung volley ins Tor. Drei Minuten später war's umgekehrt: Müller auf Lewandowski, Tor, 3:2. In Unterzahl hatte der Favorit das Spiel wieder gedreht. Gnabry legte nach. Glatzel verkürzte auf 4:3. Und der Österreicher glich mit einem Elfmeter nach Foul von Mats Hummels an Maurice Multhaup sogar aus. Gnabry traf danach die Latte, Heidenheims Multhaup scheiterte frei vor Bayern-Torwart Ulreich. Dann gab's Elfmeter, und Lewandowski rettete die Bayern.

FC Augsburg – RB Leipzig 1:2 n.V. (0:0, 1:1)

Marcel Halstenberg hat RB Leipzig in einem Pokalkrimi erstmals ins Halbfinale geschossen. Der Fußball-Nationalspieler erzielte beim 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung beim FC Augsburg in der letzten Minute per Handelfmeter das entscheidende Tor und lässt die Sachsen damit weiter vom ersten großen Titel ihrer jungen Club-Geschichte träumen.

Leipzig tat sich gegen die gut sortierten Augsburger zunächst viel schwerer als beim 5:0 gegen Hertha BSC am Wochenende. Die Gastgeber setzten auf eine sehr defensive Ausrichtung und hatten dennoch die erste gute Chance. Nach einer Hereingabe von André Hahn verzog Philipp Max (6.). Leipzig agierte dominanter und war doch auf Torwart Peter Gulacsi angewiesen, der gegen Marco Richter (24.) zur Stelle war.

Leipzig fehlte hingegen in den eigenen Offensivaktionen oft die Präzision. Die beste Möglichkeit der Anfangsphase hatte Bruma (14.) nach Vorlage von Werner. Dabei deuteten die Leipziger immerhin an, wie gefährlich sie mit viel Tempo sein können. Einen ersten vielversprechenden Konter musste Werner (40.) abbrechen, als ihn die Augsburger Defensive noch rechtzeitig stellen konnte.

Schließlich entschied Timo Werner die zähe Partie (74. Minute). Es fehlten nur Sekunden zum Sieg, doch dann sorgte Alfred Finnbogason (90.+4) durch seinen Ausgleich noch für die Verlängerung. In der Extrazeit war es dann Halstenberg, der nach Handspiel von Michael Gregoritsch den Siegtreffer für Leipzig erzielte.

SC Paderborn 07 – Hamburger SV 0:2 (0:0)

Pierre-Michel Lasogga hat den Hamburger SV erstmals seit 2009 wieder ins DFB-Pokal-Halbfinale befördert. Der Mittelstürmer erzielte im Duell der Zweitligisten gegen den SC Paderborn beide Treffer zum 2:0 (0:0). Damit darf sich der HSV zugleich über Zusatzeinnahmen in Höhe von mindestens 2,6 Millionen Euro freuen.

Beide Teams spielten zunächst auf Augenhöhe. Der Zweitligazweite HSV zeigte zwar die routiniertere Spielanlage, die Paderborner waren aber mit ihrer Offensive bei den Kontern nicht ungefährlich. Die Gastgeber kamen zu zwei aussichtsreichen Freistoßchancen, doch Philipp Klement verfehlte zweimal das Ziel (11. und 21.). Außerdem parierte HSV-Keeper Julian Pollersbeck einen Kopfball von Sven Michel (39.).

Die besseren Chancen erspielte der HSV. Im ersten Durchgang versuchte es Bakery Jatta mit einem Schuss aus halblinker Position (8.), Mangala setzte einen Ball ans Außennetz (19.), ehe Kyriakos Papadopoulos frei stehend einen Kopfball aus kurzer Entfernung nicht ins Tor unterbrachte (32.). 

In der zweiten Halbzeit erzielte dann Lasogga beide Treffer (54. Minute/ 68.). Vom SC Paderborn kam dagegen nur noch wenig.