Jochen Drees hat als Chef der DFB-Videoschiedsrichter eine Fehlentscheidung beim umstrittenen Elfmeter für den FC Bayern München im Pokalhalbfinale bei Bremen (3:2) eingeräumt. "Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstoßentscheidung für nicht korrekt", sagte Drees laut einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Videobeweis hätte zum Einsatz kommen müssen.

Im Spiel zwischen Bremen und dem FC Bayern München sei dies in der 78. Spielminute "leider nicht der Fall gewesen, da die Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und dem Videoassistenten nicht gut abgelaufen ist", sagte Drees. Allerdings gebe es sowohl Aspekte, die gegen einen Strafstoß sprechen als auch einen Aspekt, der für einen Elfmeter spreche. 

In einem Interview mit dem SWR nahm Drees den Schiedsrichter Daniel Siebert auch in Schutz. Auf die Frage, warum dieser sich die Szene nicht noch mal am Bildschirm angeschaut habe, sagte er: "Weil der Videoassistent eine Bewertung einer Szene vor dieser Szene vorgenommen hat und der Meinung war, dass die Entscheidung, Strafstoß zu geben, nicht klar und offensichtlich falsch gewesen ist."

Der Strafstoß war entscheidend beim 3:2-Erfolg der Bayern am Mittwochabend gegen Werder Bremen, mit dem der Bundesligatabellenführer das Finale erreichte. Bremens Verteidiger Theodor Gebre Selassie hatte Kingsley Coman im Strafraum leicht mit dem Ellbogen berührt, woraufhin der Bayern-Stürmer zu Boden gegangen war. Siebert blieb nach kurzer Rücksprache mit seinen Assistenten bei seiner Entscheidung.