Wer spielte wie gegen wen?

Am meisten geherzt wurden die neuen Lieblinge aus Frankfurt, es nützte ihnen nur nichts, 1:6 in Leverkusen. Wolfsburg mal wieder mit der geringsten Zuneigung.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Bremen gegen Dortmund. Weil man in diesem Spiel gesehen hat, warum der Meister eben auch in diesem Jahr wieder FC Bayern heißen wird, obwohl der gar nicht auf dem Platz stand. Eine gute Stunde spielte der BVB sehr netten Fußball, schoss durch ein Solo von Christian Pulisic und einen Freistoß von Paco Alcácer zwei aufregende Tore, nur um in der zweiten Halbzeit durch zwei noch aufregendere Abwehrfehler mal wieder einen Sieg herzugeben. Erst ließ Roman Bürki einen Ball durch die Beine rutschen, eine Aktion, für die sich jeder Kreisligakeeper hinterher wochenlangen Spott hätte anhören müssen. Fünf Minuten später patzte Manuel Akanji, als er sich in einer dieser eigentlich fußballunwürdigen Szenen, in denen Verteidiger ihren Hintern zwischen Ball und Gegner schieben, nur um den Ball ins Aus trudeln zu lassen, verschätzte und der eingewechselte Claudio Pizarro das 2:2 machte. Alles reine Nervensache? Es scheint fast so, als ob die junge Dortmunder Mannschaft mal wieder die Furcht vor dem eigenen Erfolg überfallen hat. Ihr Motto der Saison: Hilfe, wir konnten Meister werden! Weil der FC Bayern kurz zuvor unspektakulär, aber souverän 3:1 gegen den Tabellenletzten aus Hannover gewonnen hatte, haben die Münchner nun vier Punkte Vorsprung. Sie müssen also nur eines ihrer letzten beiden Spiele gewinnen, um auch nach ihrer schlechtesten Saison seit Ewigkeiten wieder mal Meister zu werden. Selbst zwei Unentschieden würden zum Titel genügen. Selten zuvor bekamen sie den Titel mundgerechter serviert.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Karim Onisiwo verpasste weite Teile des Spiels seines FSV Mainz gegen Leipzig, obwohl er auf dem Platz stand. In der Mitte der ersten Halbzeit war der Stürmer mit dem Kopf von Leipzigs Verteidiger Konaté zusammengestoßen. Wie sich hinterher herausstellte, erlitt er eine Gehirnerschütterung, spielte aber weiter. In der 43. Minute traf er sogar zum 1:2, konnte sich aber nur Minuten später während der Halbzeitpause in der Kabine nicht mehr an sein Tor erinnern. Klingt erst mal witzig, über Christoph Kramer haben wir ja auch alle gelacht. Ist aber gar nicht lustig. Es drohen bleibende Schäden, wenn auf eine nicht abgeklungene Gehirnerschütterung eine zweite folgt. Mannschaftsärzte, die einen Spieler nach solch einer Verletzung zurück aufs Feld schicken, tun eigentlich genau das Gegenteil dessen, was sie von Berufs wegen tun sollen: Sie gefährden das Wohl ihrer Sportler. "Ihre Ärzte sind oft mehr der Leistungsoptimierung als der Gesundheit verpflichtet", schreibt Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung. Es wird Zeit, dass im Fußball über eine Regel wie in der amerikanischen Football-Liga NFL diskutiert wird. Dort sind in jedem Spiel zwei unabhängige sogenannte Spotter im Einsatz, die die Trainer und Teamärzte auf mögliche Kopfverletzungen ihrer Spieler hinweisen. Hat ein Kicker zum Beispiel Koordinationsprobleme oder wirkt er verwirrt, wird er an der Seitenlinie getestet. Erst wenn der Teamarzt und ein neutraler Neurologe ihr Okay geben, darf er weitermachen. "Wir können nicht warten, bis ein Spieler stirbt", sagte an diesem Wochenende Francis Awaritefe, der Vizepräsident der Spielergewerkschaft Fifpro.

Wer stand im Blickpunkt?

Die potenziellen Absteiger. Hannover und Nürnberg hätte es schon an diesem Wochenende erwischen können. Tat es aber nicht. Obwohl beide verloren – aber eben auch der VfB Stuttgart auf seinem Relegationsplatz. Das führt zu der komplett absurden Tabellensituation, dass die 96er, obwohl sie nach 32 Spieltagen nur 18 Punkte auf dem Konto haben, immer noch drinbleiben könnten. Dennoch wird es wohl Hannover und Nürnberg erwischen, die nun sechs und fünf Punkte Rückstand auf die Stuttgarter haben. Falls sich der VfB dann in der Relegation gegen die ebenfalls vor sich hindilettierende Zweitligavertretung durchsetzt, sollte er den ganzen Sommer lang drei Kreuze machen, dass in dieser Saison zwei Mannschaften noch schlechter waren als er selbst.