Wer spielt wann gegen wen?

Ein letztes Mal Ihre Herzchen bitte. Wenn Sie den SC Freiburg noch vom Thron stoßen wollen, jetzt ist Ihre Chance.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Konferenz. Kennen Sie den Moment, wenn Sie einen Kneipenabend mit Freunden absagen, weil Sie ahnen, dass nichts passieren wird, und am nächsten Tag erfahren Sie, dass ihre Freunde in Köln den Abend begannen und in Bukarest beendeten? So ein Tag könnte das in der Bundesliga werden, wenn Sie die Meisterkonferenz überspringen. Die Bundesliga bekommt ihren Meister am 34. Spieltag, schalten Sie ein! Der Bezahlsender Sky hat eine Konferenz zwischen München und Dortmund eingerichtet. Ein Ereignis so häufig wie eine Sonnenfinsternis. Verlieren die Bayern und gewinnt Dortmund, ist der BVB tatsächlich Meister. Es wäre, nach der 0:5-Reibe in München und einer schwachen Rückrunde, eine der ungewöhnlichsten Meisterschaften. In allen anderen Konstellationen werden die Bayern zum siebten Mal in Serie oben stehen. 

Auch für die an den Spielen beteiligten Clubs, Frankfurt und Gladbach, geht es um was. Beide wollen in die Champions League, Gladbach hat einen Punkt mehr als die platte Eintracht, die in der Liga zuletzt Anfang April einen Sieg holte. Wahrscheinlicher ist also eine weitere Bayern-Feier, auch wenn die Borussen etwas wittern und sich an 1995 erinnern. Damals vertändelte der Tabellenführer (Bremen) am letzten Spieltag noch den Titel, der BVB zog vorbei. Und BVB-Boss Aki Watzke sagt, er habe "das Gefühl, dass wir vor großen Dingen stehen". Hat er was im Urin? Der Körper scheidet ja Stoffe aus, die er nicht mehr benötigt. Vielleicht hat sich der BVB-Boss seiner Sorgen entledigt. Jedenfalls hat er im Falle des Titels einen 24-Stunden-Autokorso angekündigt. Darf Greta Thunberg nicht erfahren.

Und dann ist da noch Niko Kovač, Bayerns Trainer. Spox will erfahren haben, dass sein Aus bereits beschlossen ist. Er gab schon am Donnerstag eine bemerkenswerte Pressekonferenz: "Der Mensch ist schon eine sehr, sehr schwierige Spezies", sagte er unter anderem. Er reflektierte sein Jahr bei den Bayern, wurde grundsätzlich, kritisierte den Umgang miteinander, auch anhand eines Beispiels: "Wenn ich Ihnen jetzt eine kleben würde, dann hätten Sie kurzzeitig Schmerzen und es würde vorübergehen. Aber wissen Sie, was das Schlimme ist: die Seele. Deshalb gibt es in der heutigen Zeit so viel Depressionen, so viele Krankheiten. Das tut viel mehr weh, das geht nicht weg. Wir müssen mehr den Menschen sehen. Nicht immer nur drüberfahren und draufhauen." Das lässt nach einem Jahr bei den Bayern tief blicken. Seit Wochen bekommt er keine Garantie, auch nach dem Sommer noch Trainer bei den Bayern zu sein. Er holt wahrscheinlich seine erste Meisterschaft, vielleicht auch den Pokal, und doch sieht ein glücklicher Mann anders aus.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Düsseldorf gegen Hannover, Nürnberg gegen Freiburg, Schalke gegen Stuttgart: Das sind Ihre Partien, wenn Sie schon jetzt einfach nur ihre Ruhe haben wollen. Perfekt, um nebenbei zu bügeln, die Steuererklärung zu machen oder das Wahlprogramm aller Parteien zur Europawahl durchzugehen. Allerdings neigen genau diese Partien, in denen es um nichts mehr geht, zur Eskalation, einem 7:4 oder Ähnlichem, weil sich beide Teams schon mit der Urlaubsplanung beschäftigen.

Wer steht im Blickpunkt?

Franck Ribéry, Arjen Robben und Rafinha. Es könnte eine seltene Regung bei den Anhängern des FC Bayern geben: echte Tränen, wenn die drei am Samstag das letzte Mal in der Allianz Arena auflaufen werden. Sie haben Großes für den Club geleistet, Robben rechts, Ribéry links war über Jahre eine Münchner Gewissheit wie Surfen auf dem Eisbach. Robben wird als Siegtorschütze gegen den BVB im Wembley-Stadion in Erinnerung bleiben, außerdem schenkte er der Welt einen eigenen Move. Das ist nur den ganz Großen gelungen. Die Ihr-wisst-was-kommt-und-könnt-es-trotzdem-nicht-verhindern-Bewegung könnte er auch im Ruhestand anwenden, zum Beispiel wenn er im Supermarkt bei der Öffnung einer zweiten Kasse der Erste sein will. Ribéry pfiff zu seinen besten Zeiten die Seitenlinie auf und nieder, er blieb viel länger, als es die meisten gedacht hätten. An ihm wurde deutlich, dass der FC Bayern ein Ein- und kein Verkaufsclub ist. Manch fieser Griff von ihm blieb ungestraft, was ihm außerhalb von München nie verziehen wurde. An Ribéry konnten sich Nicht-Münchner vergewissern, warum sie den Bayern Schwefel in die Maß wünschen. In München ist man bei Regelübertretungen der Vereinsmitglieder hingegen großzügig. Das goldene Steak wird ihm auch im hohen Alter noch schmecken. Und Rafinha, der von Schalke kam, war der klassische Rechtsverteidiger: solide und am besten, wenn man keine Fehler sah. Zum Abschied hat Arjen Robben natürlich noch einen Einsatz von Beginn an gefordert, nicht auszuschließen sind außerdem erhöhtes Flugaufkommen und spontan auftretende Erdbewegungen, die ein Fallen unausweichlich machen.