Der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot, wie seine Familie bekannt gab. Eine Sprecherin der Fluggesellschaft Laudamotion – deren Namensgeber Lauda ist – schrieb im Namen der Familie: "In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20.05.2019, im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist. Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich."

Zu Lebzeiten hatte er immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Bei einem schweren Unfall im Jahr 1976 auf dem Nürburgring erlitt er auch schwere Verletzungen an Haut und Lunge. Damals war Laudas Rennwagen in Brand geraten. Der österreichische Rennfahrer saß fast eine Minute lang in den Flammen und atmete giftige Dämpfe ein, bevor er gerettet wurde.

Im August vergangenen Jahres erhielt er eine neue Lunge. Er lag bis Oktober im Krankenhaus. Nur wenige Monate später, im Januar, musste er wegen einer Grippe erneut in eine Klinik. Durch Spätfolgen des Unfalls musste Lauda sich zudem zweimal einer Nierentransplantation unterziehen.

42 Tage nach Unfall wieder im Cockpit

Legendär wurde der Rennfahrer auch, weil er nur 42 Tage nach dem Crash bereits wieder im Cockpit seines Wagens saß. Das folgende WM-Duell mit dem Briten James Hunt ist im 2013 erschienenen Film Rush zu sehen. Bei seinem ersten Rennen nach dem Unfall wurde er in Monza Vierter. "Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist", sagte er später.

Lauda war seit 2012 Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams. Anlässlich seines 70. Geburtstages am 22. Februar bedankte er sich in einer kurzen Audiobotschaft beim ORF für die Glückwünsche und sagte: "Ich komme wieder zurück und es geht volle Pulle bergauf." 

Das erste Mal gewann Lauda den WM-Titel im Jahr 1975. Ein Jahr nach dem Unfall holte er sich seinen zweiten, 1984 seinen dritten WM-Titel. Im Jahr 1985 trat er schließlich zurück, woraufhin er eine Karriere als Unternehmer anschloss. Er gründete seine eigene Airline. 1991 stürzte in Thailand eine Maschine der Fluggesellschaft ab, dabei starben 223 Menschen. Ende der Neunzigerjahre verkaufte Lauda an den Konkurrenten Austrian Airlines. 2003 ging er mit einer neuen Flotte unter dem Namen Niki an den Start.

Der Gründer stieg 2011 auch bei Niki aus. Das Unternehmen wurde von Air Berlin übernommen. Nach den Pleiten von Air Berlin und Niki übernahm er wieder die Führung bei Niki und brachte das Unternehmen unter dem Namen Laudamotion erneut an den Start. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Geboren wurde Andreas Nikolaus Lauda, genannt Niki, am 22. Februar 1949. Großvater und Vater waren wohlhabende Industrielle. Gegen die Widerstände seiner Eltern machte Lauda seine Leidenschaft zum Beruf und wurde Formel-1-Pilot. 1971 startete er zum ersten Mal in der Formel 1. Lauda hatte vier Kinder aus zwei Ehen.

"Abseits der Öffentlichkeit war er ein liebevoller und fürsorgender Ehemann, Vater und Großvater. Er wird uns sehr fehlen", heißt es in der Mitteilung der Familie.