Union Berlin ist im Relegationsrückspiel in die Erste Liga aufgestiegen und hat den VfB Stuttgart in die Zweitklassigkeit geschickt. Das Team aus dem Stadtteil Köpenick kassierte kein Tor und besiegelte durch das 0:0 vier Tage nach dem 2:2 im Hinspiel den dritten Abstieg der Schwaben. Trotz langer Überlegenheit beim Zweitligadritten in Berlin erzielte der Bundesliga-16. aus Stuttgart im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei nicht das dringend benötigte Auswärtstor. Wie schon 2016 und 1975 muss die Mannschaft in die Zweite Liga.

Das vermeintlich rettende 1:0 für die Schwaben durch einen Freistoß von Dennis Aogo (9. Minute) hatte Schiedsrichter Christian Dingert nach Studium der Videobilder wegen einer Abseitsstellung aberkannt. 

Union ist 56. Verein in der Bundesliga

Schon nach vier Minuten hatte der VfB die Chance zur Führung, als Ozan Kabak nach einer Ecke aus kurzer Entfernung an Unions Torwart Rafał Gikiewicz scheiterte. Auf den in dieser Saison so sicheren Rückhalt der Unioner war auch diesmal wieder Verlass. Kein Problem waren für Gikiewicz ein Kopfball von Anastasios Donis (29.) und ein Flatterschuss von VfB-Kapitän Christian Gentner (37.). Richtig strecken musste er sich bei einem Schuss von Zuber (45.).

Union hielt dem Stuttgarter Druck stand, ging aber kein großes Risiko ein. Auch bei Ballbesitz standen die Köpenicker tief. Schon vor dem Spiel war die Mannschaft euphorisch auf dieses große, wenn nicht gar größte Spiel der Vereinsgeschichte eingestimmt worden. Beide Seiten agierten mit vollem Einsatz – auch über die Schmerzgrenze hinaus. So knallten die beiden VfB-Verteidiger Kabak und Badstuber bei einem Kopfballduell (21.) unglücklich zusammen, trotz blutiger Wunden spielten beide mit Turban weiter.

Nach der Pause erhöhte VfB-Trainer Nico Willig das Risiko und brachte Mario Gómez ins Spiel. Die Gäste wurden immer dominanter, suchten mit langen Bällen ihren Sturmführer und gingen zunehmend ins Risiko. Das eröffnete den Berlinern Räume. Dabei verstolperte Grischa Prömel die mögliche Führung (63.), dann traf Suleiman Abdullahi zweimal den Pfosten (64. und 66.). Stuttgart versuchte zum Schluss alles, doch mehr als ein gefährlicher Schuss von Benjamin Pavard sprang nicht mehr heraus (89.).

Mit dem Abstieg steht der VfB vor dem Neuaufbau in der 2. Liga, Interimscoach Willig soll wieder zur U19 zurückkehren, der Kieler Tim Walter übernimmt für ihn. Union schaffte es hingegen vor 22.000 Zuschauenden als 56. Verein und fünfter Club aus Berlin in die Bundesliga. In der nächsten Saison werden nun zwei Berliner Vereine in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten sein. Zudem ist erstmals seit 2009 wieder ein Verein aus der ehemaligen DDR-Oberliga in der Bundesliga vertreten.