England – Schottland 2:1 (2:0)

Nervös startete WM-Mitfavorit England in die Partie. Zweimal konterten die Schottinnen in den ersten fünf Minuten. Dann leistete sich die Schottin Nicola Docherty ein Handspiel im Strafraum, der Videoschiedsrichter bestätigte: Elfmeter. Nikita Parris verwandelte sicher (14.). Danach gewann England zunehmend die Kontrolle. Ellen White erhöhte kurz vor der Pause auf 2:0 (40.). Zurecht: Die Engländerinnen hatten bis zum Pausenpfiff 66 Prozent Ballbesitz, 84 Prozent Passgenauigkeit und sieben Torschüsse. Auch in der zweiten Halbzeit blieb England druckvoll, doch auch die Schottinen gaben nicht auf. Claire Emslie sorgte kurz vor Schluss zumindest für den Anschlusstreffer (79.). 

Brasilien – Jamaika 3:0 (1:0)

Eine Halbzeit lang hielt der Außenseiter Jamaika bei seinem ersten WM-Spiel überhaupt dem Druck der haushohen Favoritinnen aus Brasilien stand. Das hatte Jamaika vor allem seiner Torfrau zu verdanken: Sydney Schneider parierte mehrere Torschüsse und hielt sogar einen Elfmeter von Andressa (38.). Doch am Ende nutzte es nichts: 3:0 (1:0) hieß es bei Schlusspfiff für die Seleção. Alle drei Tore erzielte deren 34-jährige Topstürmerin Cristiane (15., 50., 64.), Vizeweltmeisterin von 2007 und Spielerin bei Paris-Saint Germain. Sie war aber nicht die erfahrenste Spielerin auf dem Platz: Die Brasilianerin Formiga kam ebenfalls zum Einsatz – mit 41 Jahren und 98 Tagen. Sie ist damit die älteste Spielerin, die bei einer Frauenfußball-WM jemals ins Spiel kam. Bei ihrem WM-Debüt am 7. Juni 1995 waren 150 Teilnehmerinnen des Turniers in Frankreich noch gar nicht geboren.

Australien – Italien 1:2 (1:0)

Dank einem Tor in letzter Minute hat Italien sein erstes Vorrundenspiel bei der Frauenfußball-WM in Frankreich gewonnen. Favorisiert waren eigentlich die Australierinnen, die bei den letzten drei Weltmeisterschaften jeweils das Viertelfinale erreicht hatten. Die Italienerinnen dagegen sind zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder dabei. Beide Teams starteten mit Tempo und Angriffslust ins Spiel. In der 9. Minute schoss Italiens Stürmerin Barbara Bonansea zum ersten Mal ins australische Tor – der Treffer wurde jedoch wegen Abseitsstellung aberkannt. In der 22. Minute legte dann Sam Kerr für Australien zum 1:0 vor. In dieser Phase zeigten sich die Favoritinnen auch tatsächlich überlegen. Nach der Pause war es aber erneut Barbara Bonansea, die traf – und diesmal galt das Tor: Ausgleich. In der Schlussphase erhöhte Australien den Druck, doch wieder war es Bonansea, die nach einem Freistoß zur Stelle war (90.+5).