IOC - Olympische Winterspiele 2026 in Mailand Entscheidend für die Vergabe war die hohe Zustimmung der mailändischen Bevölkerung. 83 Prozent sprachen sich dafür aus und hoffen auf Arbeitsplätze und Infrastruktur. © Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Die 25. Olympischen Winderspiele werden 2026 in Mailand stattfinden. Das ist das Ergebnis der Mitgliederabstimmung bei der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne. Die schwedische Hauptstadt Stockholm, die als Gegenkandidat angetreten war, unterlag.

Stimmberechtigt waren für die Wahl des Austragungsortes der Winterspiele 2026 82 von insgesamt 95 IOC-Mitgliedern. Nach Angaben der Veranstalter wurden 47 Stimmen für Mailand abgegeben, 34 Mitglieder votierten für Stockholm. Es gab eine Enthaltung.

Mailand hatte sich gemeinsam mit dem Skiort Cortina d'Ampezzo in Norditalien zur Wahl gestellt. Die Gemeinde Cortina d'Ampezzo hatte 1956 schon einmal die Winterspiele ausgetragen. Zuletzt war Italien 2006 als olympischer Gastgeber aufgetreten, damals hatten die Winterspiele in Turin stattgefunden. Das Budget der Stadt Mailand liegt bei rund 1,4 Milliarden Euro. Geplant sind die Spiele vom 6. bis 22. Februar 2026, anschließend sollen die Paralympics stattfinden.

Giovanni Malago, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Italiens, hatte sich vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses zuversichtlich gezeigt: "Es ist nicht möglich, ein besseres Angebot zu bekommen als das von Mailand und Cortina", hatte er gesagt. Die Bewerbung sei fantastisch: "Mailand repräsentiert das Beste in Europa." Der italienische Innenminister und stellvertretender Regierungschef Matteo Salvini sprach von einem historischen Tag: "Mit den Winterspielen werden wir der Welt unsere Exzellenz und unsere Fähigkeiten beweisen", sagte Salvini, der Chef der rechtspopulistischen Lega-Partei ist. Die Entscheidung des IOC sein ein "Sieg für alle Italiener".

"Ikonische Wettkampfstätten und wunderschöne Orte"

IOC-Präsident Thomas Bach gratulierte Mailand. In einer Erklärung verwies Bach auf die kenntnisreichen und leidenschaftlichen italienischen Fans sowie die erfahrenen Organisatoren an den Wettkampfstätten. Mailand hatte sich gemeinsam mit Cortina d'Ampezzo beworben, wo bereits 1956 die Winterspiele stattfanden.

Die Winterspiele 2026 würden an ikonischen Wettkampfstätten und wunderschönen Orten stattfinden, meinte Bach. Der deutsche Chef des Internationalen Olympischen Komitees erwartet, dass die Spiele "die Attraktionen einer modernen europäischen Metropole und einer klassischen alpinen Umgebung kombinieren".

Bach lobte auch die Kandidatur aus Schweden als exzellent und wertete den Bewerbungsprozess als Erfolg für die olympische Reformagenda 2020. Kosten und Komplexität bei der Entwicklung neuer Projekte für Olympische Spiele seien verringert worden. 

Schweden "enttäuscht, aber stolz"

Schweden reagierte enttäuscht. Er sei sehr enttäuscht, aber auch stolz, sagte Kampagnenchef Richard Brisius dem Sender SVT. "Klar können wir uns selbst hinterfragen, aber mein Gefühl ist, dass wir niemals so hart für ein Projekt gearbeitet haben wie in den vergangenen zwei Jahren", sagte er. "Wir haben wirklich alles gegeben, was möglich war. Wir als Schweden sind stolz."

Der Chef des Schwedischen Olympischen Komitees, Mats Årjes, sagte dem Sender, Schweden habe die IOC-Direktive zu nachhaltigeren Spielen beim Wort genommen. Es könne jedoch sein, dass die Veränderungen länger bräuchten als von der Bewerbung Stockholm/Are vermutet.

Die Biathletin Hanna Öberg sagte dem schwedischen Fernsehsender SVT, der Moment der Bekanntgabe habe sich sehr ernüchternd angefühlt. "Es hat große Hoffnungen gegeben, Olympische Spiele hätten große Investitionen in den Sport in Schweden bedeutet", sagte die Olympiasiegerin von Pyeongchang in Östersund. Für ihre Sportart hätte es außerdem viel bedeutet, wenn für Olympia eine Biathlon-Anlage in Stockholm gebaut worden wäre.

Sebastian Samuelsson, der mit der schwedischen Biathlon-Staffel ebenfalls Gold in Pyeongchang gewonnen hatte, sagte an Öbergs Seite, Olympische Spiele in Stockholm/Are wären großartig gewesen. "Wir haben gezeigt, dass wir nachhaltige Olympische Spiele ausrichten wollten", sagte er. Aber nicht nur Schweden, sondern auch Italien habe eben eine gute Bewerbung abgegeben.

Einige Städte hatten ihre Kandidatur wieder zurückgezogen

Die Städte Graz in Österreich, Sitten in der Schweiz und das kanadische Calgary, die eine Bewerbung um die Winterspiele 2026 eingereicht hatten, hatten ihre Kandidatur wieder zurückgezogen. Andere Städte, etwa Innsbruck, reichten nach einer Befragung der Bevölkerung keine Bewerbung ein: Eine Mehrheit der Bevölkerung hatte sich gegen die Ausrichtung des olympischen Wettbewerbs ausgesprochen. In Italien und in Schweden war kein Referendum durchgeführt worden. Im Herbst 2018 waren Mailand und Stockholm als Kandidaten für die Winterspiele 2026 gekürt worden.

Die Entscheidung für Mailand dürfte auch durch eine Umfrage, die das IOC selbst durchgeführt hatte, beeinflusst worden sein: In Italien hatten sich 83 Prozent der Bevölkerung für eine Kandidatur Mailands ausgesprochen. Für eine Bewerbung Stockholms um die Spiele 2026 hatten nur 55 Prozent der befragten Schwedinnen und Schweden ihre Unterstützung bekundet.

Vor der Abstimmung hatte das IOC noch einen umfangreichen Sponsoringvertrag mit einem Getränkehersteller und einem chinesischen Konzern für Milchprodukte unterschrieben: Nach IOC-Angaben läuft der Vertrag über zwölf Jahre von 2021 bis 2032 und umfasst damit sechs Sommer- und Winterspiele. Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, bezeichnete den Vertrag als "neue Dimension der Partnerschaft".