Der Uefa Regions' Cup ist die Fußball-Europameisterschaft der Amateure. Die Endrunde findet vom 18. Bis 26. Juni in Bayern statt. Acht Teams, darunter das aus Bayern, spielen um den Turniersieg. Teilnehmen darf jeder, der noch nicht höher als Bayernliga gespielt hat und kein A-Nationalspieler war. Die Nationalität ist egal. Stürmer Franz Fischer ist der Vizekapitän des Teams. Vor Kurzem hat er den FC Garmisch-Partenkirchen zum Klassenerhalt geschossen.

ZEIT ONLINE: Herr Fischer, wie wird man bayerischer Nationalspieler?

Franz Fischer: Man bewirbt sich dafür.

ZEIT ONLINE: Das ist einfacher als gedacht.

Fischer: Der Bayerische Fußballverband hatte im vergangenen Jahr bei allen Vereinen Flyer verteilt. Ich konnte mir zunächst darunter nichts vorstellen, also hab ich ein bisschen gegoogelt. Was aber schwer war, weil über das Turnier noch nicht so berichtet wurde wie jetzt. Jedenfalls habe ich das Video der Endrunde 2017 gefunden. Man spielt gegen andere Nationen und sieht, wie andere Landsmänner so drauf sind. Ich wollte unbedingt dabei sein. Als Nächstes wurde ich zu einem Sichtungstraining eingeladen und anschließend nominiert. Manche wurden vom Trainer auch direkt angeschrieben. In diesem Jahr hat der Verband dann gezielt für die Endrunde gesichtet.

ZEIT ONLINE: Warum wollten Sie mitmachen?

Fischer: Auf dem Flyer stand extra drauf: Zwischen 19 und 40 Jahre alt muss man sein und kein Profi. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Spaß beiseite: Mich hat das einfach gereizt, ich glaube, dass das für jeden Einzelnen von uns eine einmalige Möglichkeit ist, ein von der UEFA organisiertes Turnier für sein Land zu spielen.

ZEIT ONLINE: Wie lange sind Sie schon dabei?

Fischer: Ich bin von Anfang an Mitglied und Teil dieser kleinen Geschichte, seit der Qualifikation im vergangenen Jahr. Damals spielten wir auch in Bayern, in Kelheim, Neustadt und in Pankofen. Jetzt sind es mehr Teams, acht. In der Finalrunde ist nochmal alles eine Stufe größer, in Details perfekter.

ZEIT ONLINE: Was heißt das?

Fischer: Man fühlt sich wie ein Profi und wird betreut wie ein Profi. Das macht der BFV richtig gut. Da ist alles geplant. Wir hatten vor dem Turnier einen Medizincheck mit einem kleinen EKG, dazu ein Testspiel. Es gab vier Vorbereitungstrainings, dann hat der Trainer den Kader bekannt gegeben. Vier Tage vor dem Turnier sind wir ins Hotel gefahren um den letzten Feinschliff zu machen. Der Zusammenhalt bei uns ist, obwohl wir aus allen Ecken Bayerns kommen, fantastisch. Richtige Mechanismen gibt es natürlich nicht, aber wir zerreißen uns füreinander. Deshalb läuft es so gut.

ZEIT ONLINE: Zum Unentschieden gegen die Westslowakei kamen über 1.000 Zuschauer.

Fischer: Ja, wir haben gehofft, dass wir die 1000er-Marke knacken können. Es gab sogar einzelne Gesänge wie: Auf geht's Bayern! Als ich ausgewechselt wurde und auf der Bank saß, habe ich erst registriert, was hier eigentlich los ist. Vielleicht schaffen wir es auch noch, dass am Sonntag zum Vorrunden-Finale gegen die Türkei mehr als 2.000 Zuschauer kommen. Wir spielen ja in Landshut, dort veranstaltet der BFV die Fußballiade, das größte Amateurfußball-Festival in Deutschland.

ZEIT ONLINE: Wie spielen die Westslowaken? Pressing? Konterfußball?

Fischer: Es gibt Unterschiede. Die Slowaken waren relativ aggressiv und genau wie die Franzosen aus der Normandie körperlich fit. Man merkt: Teams aus dem einstigen Ostblock haben eine sehr athletische Spielweise. Die Südeuropäer, wie zum Beispiel die Spanier von Castilla y Léon, sind hingegen technisch versiert und ihr Spiel ist mehr von der Taktik geprägt. Uns zähle ich da übrigens auch dazu.

ZEIT ONLINE: Was will ihr Trainer, Engin Yanova, von Ihnen sehen?

Fischer: Dass wir die Null halten. Ein Tor machen wir immer. Auf keinen Fall dürfen wir in diesem Turniermodus verlieren, nur der Gruppenerste kommt ins Finale. Da wollen wir hin. Und es sieht nach dem Sieg und dem Unentschieden gut aus.Wir haben es selbst in der Hand, brauchen keine Rechenspiele.