Europäische Sicherheitsbehörden haben in 33 Ländern Razzien gegen den Handel mit Anabolika und gefälschten Medikamenten durchgeführt. Wie die europäische Polizeibehörde mitteilte, handelte es sich dabei um den größten Einsatz dieser Art. An der sogenannten Operation Viribus waren demnach auch deutsche Ermittler beteiligt. Insgesamt 234 Verdächtige seien festgenommen worden, neun Drogenlabore in Europa ausgehoben und tonnenweise Dopingpräparate beschlagnahmt. Demnach wurden allein 24 Tonnen Steroidpulver sichergestellt.

Nach Angaben von Europol wurden insgesamt rund 3,8 Millionen Dopingmittel und gefälschte Medikamente sichergestellt. 17 organisierte Banden seien enttarnt und 839 Verfahren eingeleitet worden. Schwerpunkt sei die Zerschlagung von Untergrundlaboren gewesen. Die Dopingsubstanzen würden sowohl online als auch in Fitnesscentern oder illegalen Läden verkauft.

"In den vergangenen 20 Jahren hat der weltweite Handel mit Anabolika dramatisch zugenommen", teilte Europol mit. Konsumierende seien vor allem "Fitnesscenter-Süchtige" sowie Bodybuilder und Bodybuilderinnen. "Nicht professionelle Athleten, Radsportler und Bodybuilder" würden kleine Päckchen mit Steroiden in Asien oder Osteuropa besorgen und diese an Fitnesscenter liefern. Für Werbung und Verkauf würden zunehmend soziale Medien genutzt.

Welt-Anti-Doping-Agentur an Razzia beteiligt

Betroffen seien aber auch Tiere: So würden Hormone genutzt, um Bauernhoftiere zu füttern oder etwa bei Pferderennen die Leistung zu steigern. Die Substanzen seien gefährlich für Menschen wie für Tiere, warnte Europol.

An dem Einsatz unter Führung der italienischen und griechischen Polizei war auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) beteiligt. Der deutsche Wada-Chefermittler Günter Younger zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. Diese Art der Zusammenarbeit bringe echte Resultate und könne sich erheblich auf die Verfügbarkeit von gefälschten und illegalen Drogen auswirken.

Derzeit laufen im Zusammenhang mit Doping im Sport auch die Ermittlungen der sogenannten Operation Aderlass. Ende Februar hatte das österreichische Bundeskriminalamt bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld mehrere Personen festgenommen, unter ihnen auch Sportler und Sportlerinnen. In Deutschland steht ein Erfurter Sportarzt als mutmaßlicher Drahtzieher eines vermuteten Netzwerkes im Mittelpunkt der Ermittlungen. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen mindestens 21 Sportler und Sportlerinnen aus acht Ländern und fünf Winter- und Sommersportarten in Europa, Südkorea und auf Hawaii verbotenes Eigenblut-Doping betrieben haben.