Kunstrasenplätze, die Granulat als Füllmaterial verwenden, dürfen erst einmal weiter bespielt werden. Das hat die Europäische Chemikalienagentur (Echa) mitgeteilt. Die Echa wandte sich mit dieser Mitteilung gegen anderslautende Medienberichte. Von einem sofortigen Verbot wären allein in Deutschland laut Deutschem Fußball-Bund rund 5.000 Plätze betroffen.

Seit Januar 2019 stuft die Echa die auf vielen Plätzen genutzten kleinen Kügelchen, die Hautabschürfungen verhindern und die Gelenke schonen sollen, als Mikroplastik ein. Die Verwendung des Materials – kleine Kunststoffteilchen mit einem Durchmesser unter fünf Millimetern – will die EU mit Rücksicht auf die Umwelt verringern. Im Oktober 2018 hatte sich das EU-Parlament bereits auf ein Verbot von Wegwerfplastik geeinigt.

Mikroplastik wird auf vielen Kunstrasenplätzen als Füllmaterial benutzt. Diese Verwendung soll laut Echa bis Anfang 2020 geprüft werden. Dabei soll unter anderem auch berücksichtigt werden, welche alternativen Materialien für bereits bestehende Plätze – etwa Kork oder Kokosnussfasern – verwendet werden könnten. Eine wichtige Rolle bei dem Entscheidungsprozess werde spielen, welchen Nutzen die Öffentlichkeit von diesen Sportplätzen hat. Die Echa sprach von einer "bedeutenden Rolle für die Bewegung, Gesundheit und gesellschafltiche Integration".

Die Ergebnisse sollen laut Echa der EU-Kommission vorgelegt werden. Erst dann würden Entscheidungen fallen. Man gehe nicht davon aus, dass es zu erheblichen Einschränkungen für bereits bestehende Plätze kommen werde, teilte die Echa mit.