Für Radprofi Tony Martin ist die 106. Tour de France vorzeitig beendet. Der 34-jährige Cottbuser und der Brite Luke Rowe vom Ineos-Rennstall wurden nach Ende der 17. Etappe in Gap wegen unsportlichen Verhaltens von der Rennjury ausgeschlossen. Martin hatte Rowe rund 20 Kilometer vor dem Ziel mit einem riskanten Fahrmanöver fast von der Straße gedrängt.

Rowe soll den viermaligen Zeitfahrweltmeister vom niederländischen Team Jumbo-Visma danach zur Rede gestellt haben. Dabei soll es zu heftigen Gesten und einer Berührung zwischen den beiden Radprofis gekommen sein. Rund zwei Stunden nach Etappenende wurden beide Fahrer dann von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen.

Laut Eurosport müssen Martin und Rowe etwa 900 Euro Strafe zahlen. Dem Fernsehsender sagte der britische Radprofi, sie hätten vielleicht die Linie ein bisschen überschritten, aber ihr Ausschluss sei zu hart. "Keiner von uns hat das verdient."

Für beide Teams ist der Verlust der beiden schmerzlich im Kampf um den Tour-Sieg. Bei Jumbo-Visma rangiert der Niederländer Steven Kruijswijk mit 1:47 Minuten Rückstand auf den Franzosen Julian Alaphilippe auf Platz drei. Das britische Ineos-Team hat mit dem walisischen Titelverteidiger Geraint Thomas (2. Platz/+1:35) und dem Kolumbianer Egan Bernal (5./+2:02) noch zwei Fahrer mit Chancen auf den Gesamtsieg in seinen Reihen.